«Schlimmste Grippewelle seit Jahrzehnten»

Der Bund verzeichnet deutlich mehr Grippefälle als in den Vorjahren. Darüber hinaus erzielt der diesjährige Impfstoff nicht die gewünschte Wirkung.

Erkrankungen in der Schweiz nehmen zu: Eine Praxisassistentin in Zürich verabreicht einem Patienten die Grippeimpfung. (Archiv)

Erkrankungen in der Schweiz nehmen zu: Eine Praxisassistentin in Zürich verabreicht einem Patienten die Grippeimpfung. (Archiv)

(Bild: Keystone Gaetan Bally)

Laut einer Erhebung des Bundesamts für Gesundheit (BAG) haben sich im vergangenen Jahr fast 10'000 Menschen mit der Grippe angesteckt. Das entspricht dem Zehnfachen des fünf Jahre zuvor ermittelten Wertes. Dieser Anstieg überrascht auch die Fachleute.

Trotz der aktuell hohen Zahlen könnte es noch schlimmer kommen. Eine Grippewelle, die seit einigen Monaten Regionen auf der Südhalbkugel heimsucht, könnte sich nach Europa ausbreiten. In Australien litten überdurchschnittlich viele Menschen an Grippe, 52 Personen starben. Lokale Zeitungen schrieben von der «schlimmsten Grippewelle seit Jahrzehnten».

Impfstoff schützt nicht optimal

Trotz vorsichtiger Prognosen gehen Wissenschaftler davon aus, dass den Norden im Winter erwartet, was der Süden hinter sich hat, schreibt die «Sonntagszeitung». Das BAG registrierte in den letzten vier Wochen 13 positive Grippetests, was bereits auf eine Zunahme hindeutet – in den letzten fünf Jahren waren es im selben Zeitfenster im Durchschnitt nur sieben Fälle.

«Werden die Viren, die zuvor in Australien wüteten, auch bei uns dominant, müssen wir mit hef­tigen Erkrankungen und vielen Fällen rechnen», zitiert die «Sonntagszeitung» Mark Witschi, den Leiter der Sektion Impfempfehlungen beim BAG. Erschwerend komme hinzu, dass der diesjährige Impfstoff zwar die richtigen Viren im Visier hatte, aber trotzdem nicht optimal vor der Erkrankung schützen konnte, wie die Entwicklung auf der Südhalbkugel zeige.

Impfung trotzdem empfohlen

Deshalb seien präventive Massnahmen wie Händewaschen oder in ein Papiertuch niesen und husten besonders wichtig, sagt Witschi. Bei Grippesymptomen solle man unbedingt zu Hause bleiben. Und obwohl die Impfung nicht die gewünschten Effekte erzielt, empfiehlt der BAG-Mitarbeiter sie: «Die Krankheit ist dann weniger heftig und verläuft eher ohne Komplikationen – zudem schützt der Geimpfte dadurch auch seine Mitmenschen.»

chi

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