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Prinz Charles wurde ihm zum Verhängnis

Die Autobiografie des Mediziners und Alternativmedizin-Kritikers Edzard Ernst ist eine unterhaltsame Sommer-Lektüre.

Wer sich mit der Wirksamkeit von Therapien wie Homöopathie, Chiropraktik oder Geistheilen auseinandersetzt, kommt um Edzard Ernst nicht herum. Für die einen ist der deutschstämmige Mediziner ein rotes Tuch, für die anderen eine Symbolfigur kritischen Denkens – einer, der sagt, was Sache ist.

Als Ernst 1993 die weltweit erste Professur für alternative Medizin an der britischen Universität Exeter übernahm, wollte er die zahlreichen alternativmedizinischen Methoden überprüfen. Mit Studien den Spreu vom Weizen trennen, so wie in der Medizin eigentlich üblich. Wohl etwas naiv glaubte er, dass die Komplementärmediziner ihn dabei freudig unterstützen würden. Doch er stiess auf erbitterten Widerstand, wie Ernst in seiner unlängst auf Deutsch erschienenen Autobiografie schildert. Über die Jahre wurden seine öffentlichen Voten zunehmend radikaler. Zum Verhängnis wurde ihm, dass er sich mit Prinz Charles anlegte. Der prominente Befürworter der Alternativmedizin, der offenbar selbst ungeeignete Hungerkuren zur Behandlung von Krebs propagiert, bewirkte eine zermürbende Untersuchung gegen Ernst. Seine Universität stellte ihn ins Abseits, und am Ende erhielt er trotz wissenschaftlichen Erfolgs kaum noch Gelder.

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