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Gefährliche Lässigkeit

In Industrienationen hat Aids seinen Schrecken verloren. Das bremst den Kampf gegen die Seuche – und begünstigt ihre Verbreitung.

Aktivisten lassen am Welt-Aids-Tag Ballone steigen: Die rote Schleife symbolisiert die Solidarität mit HIV-Infizierten und Aids-Kranken. Foto: Dibyangshu Sarkar (AFP Photo)

Aktivisten lassen am Welt-Aids-Tag Ballone steigen: Die rote Schleife symbolisiert die Solidarität mit HIV-Infizierten und Aids-Kranken. Foto: Dibyangshu Sarkar (AFP Photo)

Der medizinische Fortschritt ist bei der Bekämpfung von HIV eine zweischneidige Sache. Einerseits ist ihm zu verdanken, dass die Diagnose HIV-positiv heute kein Todesurteil mehr sein muss. Dank neuer Medikamente können Menschen vielerorts ein völlig normales Leben führen, obwohl sie das HI-Virus in sich tragen, aus dem sich die tödliche Immunschwächekrankheit Aids entwickeln kann. Aids hat seinen Schrecken in den Industrienationen verloren. Andererseits ist genau das ein Problem: Wenn es die reichen Staaten nicht mehr kümmert, fliesst weniger Geld in die Forschung, weniger Geld in die Bekämpfung der Epidemie. In 50 Ländern der Welt steigt die Zahl der Neuinfektionen. Selbst in einigen EU-Staaten wie Tschechien, Ungarn oder der Slowakei infizieren sich heute deutlich mehr Menschen als noch vor einigen Jahren mit HIV.

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