«Das ist erstens peinlich, zweitens Betrug»

Big Data in der Medizin ist geprägt von leeren Versprechen – und birgt Gefahren für Patienten, sagt Medizinstatistiker Gerd Antes.

«Dieses Fehlen von Fehlerbewusstsein ist irritierend»: Gerd Antes. Bild: Lucian Hunziker

«Dieses Fehlen von Fehlerbewusstsein ist irritierend»: Gerd Antes. Bild: Lucian Hunziker

Alle wollen unsere Daten und versprechen sich oder uns grossen Nutzen davon. Sie kritisieren die überzogenen Erwartungen an Big Data. Fühlen Sie sich nicht manchmal wie ein einsamer Spielverderber?
Manchmal vielleicht. Aber ich sehe auch, dass ich etwas bewege. Die Leute haben ein Bauchgefühl, dass etwas nicht stimmt. Zu Big Data hört man nur das Dauerfeuer aus falschen Versprechungen und überhöhten Erwartungen, gerade was die Diagnose und die neuen Therapien von Krankheiten angeht. Risiken werden praktisch gar nie angesprochen. Und die Kosten auch nicht. In Deutschland geben wir bereits Milliarden für die Erfassung von persönlichen medizinischen Daten aus, ohne zu wissen, welchen Nutzen wir davon haben.

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