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Ärzte flüchten aus Angst vor Ebola

Nach dem Tod einer jungen Krankenschwester durch das Ebola-Virus verlassen in Nigeria immer mehr Mitarbeiter die Spitäler. Für das verbleibende Personal ist dies prekär.

121 Ebola-Opfer an einem Tag: Das Hastings Ebola Notfallzentrum ausserhalb von Freetown, Sierra Leone. (6. Oktober 2014)
121 Ebola-Opfer an einem Tag: Das Hastings Ebola Notfallzentrum ausserhalb von Freetown, Sierra Leone. (6. Oktober 2014)
Keystone
Werden von Patienten überrannt: Ein US-Soldat grenzt mit Stacheldraht das Grundstück einer neuen Krankenstation ab.
Werden von Patienten überrannt: Ein US-Soldat grenzt mit Stacheldraht das Grundstück einer neuen Krankenstation ab.
Pascal Guyot, AFP
Gesundheitstest am Flughafen von Conakry, Guinea. (22. Juli 2014)
Gesundheitstest am Flughafen von Conakry, Guinea. (22. Juli 2014)
AFP
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In Nigeria flüchtet immer mehr Pflegepersonal aus den Spitälern - aus Angst vor einer Ansteckung mit dem Ebola-Virus. Betroffen sei vor allem das Yaba Mainland Hospital in Lagos, wo mehrere Infizierte auf Isolierstationen lägen, berichtete die Zeitung «Punch».

Viele Mediziner hätten auf Druck ihrer Familien die Klinik verlassen, hiess es. Im bevölkerungsreichsten Land Afrikas wurden bisher elf Ebola-Fälle bestätigt. Erst am Freitag war bekannt geworden, dass eine weitere Infizierte an den Folgen der Krankheit gestorben ist.

Die Tote war eine junge Krankenschwester. Sie hatte Kontakt mit einem Berater der liberianischen Regierung, der im Juli in die Millionenmetropole Lagos gereist und dort am Flughafen zusammengebrochen war. Insgesamt gibt es damit in Nigeria bereits vier Ebola-Tote.

Hinzu kommt ein Ärztestreik, der schon länger als sieben Wochen dauert. Das wenige noch verbliebene Spitalpersonal arbeite derzeit rund um die Uhr, um zu versuchen, den Patienten das Leben zu retten, hiess es.

«Jeder scheint grosse Angst vor Ebola zu haben, und niemand will helfen, was eine grosse Herausforderung darstellt», sagte der örtliche Gesundheitskommissar Jide Idris. «Am schlimmsten ist es auf der Quarantänestation, viele sind einfach weggelaufen, nachdem der Tod der Krankenschwester bekannt geworden war.»

Kenia schliesst Grenze für Westafrika

Wegen der Ebola-Epidemie schliesst Kenia ab Mittwoch seine Grenzen für Reisende aus den am schlimmsten betroffenen Ländern Liberia, Sierra Leone und Guinea. Das teilte die kenianische Regierung am Samstag mit.

Ebenfalls ab Mittwoch wird es keine Flüge von Kenia Airways in die Hauptstädte Liberias und Sierra Leones, Monrovia und Freetown, geben. Zu Guineas Hauptstadt Conakry unterhält Kenias nationale Fluggesellschaft keine Verbindung.

Der kenianische Gesundheitsminister James Macharia begründete die Massnahmen, die ab Dienstag um Mitternacht (Ortszeit) in Kraft treten, mit der «Sorge um die Volksgesundheit». Unterdessen bestätigte der staatliche Gesundheitsdienst, dass in Kenia noch kein Ebola-Fall aufgetreten sei. Vier Verdachtsfälle seien alle negativ getestet worden.

Das Ebola-Virus tauchte zu Jahresbeginn in Guinea, im Grenzgebiet zwischen Sierra Leone und Liberia, auf. Es verbreitete sich danach aber rasch in den beiden Nachbarstaaten und erreichte schliesslich Nigeria.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärte die Seuche vor einer Woche zum internationalen Gesundheitsnotfall und stimmte dem Einsatz bislang unerprobter Medikamente in den am schlimmsten betroffenen Staaten zu. Am 13. August meldete die WHO 380 Tote in Guinea, 413 in Liberia, 348 in Sierra Leone und vier in Nigeria.

SDA/wid

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