Todesrate bei Blutkrebs in Europa sinkt

Weniger Todesopfer durch Leukämie: Gemäss einer Studie soll die Sterberate besonders bei Kindern zurückgehen.

Dank verbesserten Therapien sterben weniger Kinder an Blutkrebs: Kind bei einer ärztlichen Untersuchung.(Symbol)

Dank verbesserten Therapien sterben weniger Kinder an Blutkrebs: Kind bei einer ärztlichen Untersuchung.(Symbol) Bild: Georgios Kefalas/Keystone

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Für 2016 erwarten Experten weniger Todesfälle bei Leukämiekranken, unter anderem dank verbesserten Therapien. Zu diesem Schluss kommt eine Studie mit Schweizer Beteiligung.

Eine neue Studie sagt für 2016 in Europa einen deutlichen Rückgang der Todesrate bei Blutkrebs voraus. Dies teilte das Fachjournal «Annals of Oncology» mit, in welcher die Studie am Mittwoch erscheint. Beteiligt war neben Forschenden aus den USA und Italien auch Fabio Levi, emeritierter Professor der Universität Lausanne.

Auch bei Älteren geht die Sterberate zurück

Am deutlichsten wird die Sterberate gemäss der Studie bei Kindern bis 14 Jahren zurückgehen, nämlich im Vergleich zur Rate von 2009 um 38 Prozent bei Knaben und 20 Prozent bei Mädchen.

Auch bei jungen Erwachsenen zwischen 15 und 44 Jahren ist ein Rückgang zu erwarten, nämlich um 26 Prozent bei Männern und 22 Prozent bei Frauen. Bei Leukämiepatientinnen und -patienten zwischen 45 und 69 Jahren sinkt die Sterberate laut der Vorhersage um 19 Prozent.

Bessere Chancen dank neuen Therapien

Grund sei eine verbesserte Überlebensrate dank optimiertem Management und besseren Therapien. Darunter fallen sogenannte «Multi-Drug«-Chemotherapien, Immuntherapien, Stammzell-Transplantation, Strahlentherapie und Behandlungen, die weniger toxische Nebenwirkungen mit sich bringen, so die Autoren der Studie.

Dass nicht alle Altersgruppen gleichermassen davon profitieren liege daran, dass bestimmte Leukämie-Arten noch immer sehr schwierig zu behandeln seien, so die Mitteilung. Das betreffe insbesondere Blutkrebstypen, die vermehrt mit fortgeschrittenem Alter auftreten.

Mehr Frauen sterben an Lungenkrebs

Neben Blutkrebs untersuchte die Studie auch andere Krebsarten. Während die Sterberate für die meisten Krebserkrankungen zurückgeht, steigt die Rate der weiblichen Opfer von Lungen- und Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Starben 2011 noch 13,5 von 100'000 Frauen an Lungenkrebs, werden es 2016 voraussichtlich 14,4 sein. Bei Bauchspeicheldrüsenkrebs steigt die Zahl von 5,4 von 100'000 im Jahr 2011 auf 5,6 im Jahr 2016. Diese relativen Todeszahlen widerspiegeln die jährliche Wahrscheinlichkeit, an der jeweiligen Krebsart zu sterben.

Um auch bei Lungenkrebs einen Rückgang der Sterberate von Frauen zu erreichen, bräuchte es effektive Massnahmen gegen Tabakkonsum bei dieser Bevölkerungsgruppe, erklärte Levi in der Mitteilung des Fachjournals.

Alternde Gesellschaft erhöht absolute Zahl der Krebstoten

Die Forschenden stützten sich auf Daten der Weltgesundheitsorganisation WHO über Todesraten in den 28 Mitgliedsstaaten der EU. Ihre Vorhersagen beziehen sich auf Krebserkrankungen allgemein, sowie separat auf einzelne Krebstypen. Die Vorhersagen erscheinen das sechste Jahr in Folge.

Insgesamt ist 2016 in der EU im Vergleich zu 2011 einen Rückgang der Krebs-Sterberate um acht Prozent bei Männern und drei Prozent bei Frauen zu erwarten. Die absolute Anzahl Todesfälle durch Krebs steige hingegen, weil sich die Lebensdauer allgemein verlängert und dadurch auch die Zahl der Krebserkrankungen zunimmt, erklären die Studienautoren in der Mitteilung. (nab/sda)

Erstellt: 27.01.2016, 05:01 Uhr

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