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98 neue Drogen in Europa aufgetaucht

Im letzten Jahr verbreiteten sich weitere, mit bisher unbekannten psychoaktiven Substanzen hergestellte Rauschmittel in der EU.

Österreichische Ermittler haben einen Suchtgifthandel aufgedeckt: Acht Männer haben mehrere Kilogramm Drogen im Wert von 200'000 Euro vertrieben. (3. Mai 2016)
Österreichische Ermittler haben einen Suchtgifthandel aufgedeckt: Acht Männer haben mehrere Kilogramm Drogen im Wert von 200'000 Euro vertrieben. (3. Mai 2016)
APA/Polizei, Keystone

Immer mehr neue Rauschmittel halten Einzug in Europa. Der europäische Drogenmarkt sei «nach wie vor robust», teilte die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EMCDDA) in ihrem in Lissabon veröffentlichten Jahresbericht mit.

Bei dem allgemein zu beobachtenden Anstieg des Drogenkonsums gerade bei jungen Menschen sei besonders die Zunahme neuer synthetischer Drogen besorgniserregend. 2015 seien 98 neue psychoaktive Substanzen (NPS) in Drogen gemeldet worden, heisst es in dem Bericht. Das sind nur drei weniger als im Rekordjahr 2014.

Comeback von Ecstasy

Die Zahl der neuen Substanzen belaufe sich somit seit Einrichtung des sogenannten Frühwarnsystems 1997 auf mehr als 560, von denen allein 380 in den vergangenen fünf Jahren entdeckt worden seien.

Die meisten NPS würden in synthetischen Formen von Cannabis, Kokain und reinen synthetischen Drogen, sogenannten Amphetaminen, verwendet. Die Auswirkungen der NPS auf die Gesundheit der Konsumenten seien oft noch nicht bekannt.

Ausserdem sei ein Comeback der Partydroge Ecstasy zu beobachten. Ihr Anteil auf dem Markt illegaler Drogen in der EU betrage aber nur drei Prozent. Rauschmittel Nummer eins in Europa bleibt laut dem EBDD-Bericht Cannabis mit 38 Prozent Marktanteil.

«Drogenproblem wird immer grösser»

Im Bericht wird auch auf die Bedrohung durch Drogenmärkte im Internet und auf die Gesundheitsrisiken von Produkten mit hohem Wirkstoffgehalt hingewiesen. Sorge bereite die Zunahme der Todesfälle wegen Überdosierungen in einigen Ländern.

«Insgesamt macht diese neueste Analyse deutlich, dass die drogenpolitische Agenda Europas einen umfangreicheren und komplexeren Katalog von politischen Themen umfassen muss als bisher», forderte die EMCDDA. «Das Drogenproblem in Europa wird immer grösser», kommentierte der EU-Kommissar für Inneres, Dimitris Avramopoulos, die Befunde.

SDA/ij

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