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Wie frau den Nobelpreis holt

Ein interessierter Vater, eine liberale Mutter und ein gebildetes Zuhause: Das sind die Gemeinsamkeiten der Nobelpreisträgerinnen.

15 Frauen haben seit 1901, dem ersten Nobeljahr, einen naturwissenschaftlichen Nobelpreis erhalten, also eine Auszeichnung in Physik, Chemie oder Medizin und Physiologie. Das ist wenig im Vergleich zu den 566 Männern. Dabei war der Start gar nicht so schlecht. Bereits 1903 gewann die Radioaktivitätsforscherin Marie Curie den Nobelpreis für Physik, und die gebürtige Polin doppelte 1911 sogar noch mit dem Nobelpreis für Chemie nach, damals für die Entdeckung der Elemente Radium und Polonium. Das weibliche Defizit scheint also nicht so sehr ein Problem des auszeichnenden Gremiums zu sein, sondern vielmehr des Wissenschaftssystems an und für sich, das Frauen bis weit ins 20. Jahrhundert hinein benachteiligte.

Die meisten der bisher ausgezeichneten Frauen entstammten einem akademischen Milieu, ihre Väter waren Anwälte, Lehrer, Ärzte oder Wissenschaftler, viele hatten einen jüdischen Hintergrund. Es gab auch Ausnahmen: Die 2009 mit dem Chemie-Preis ausgezeichnete Israelin Ada Yonath wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. Sie hatte einen kränklichen Vater, der starb, als Ada 11 Jahre alt war. Die Eltern der Nobelpreisträgerinnen legten ausnahmslos viel Wert auf eine gute Ausbildung ihrer Töchter und liessen sich nicht durch die vorherrschenden Rollenbilder beeindrucken. Viele wurden im Mädchenalter von ihrem Vater speziell gefördert.

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