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Es klingelte in der Staatskasse

Dank dem Strassenverkehr erzielte der Staat Bern in den Jahrzehnten zwischen 1800 und 1830 hohe Gewinne. Doch die profitable Strassenrechnung ging zulasten der Gemeinden.

Infrastrukturbauten sind teuer und rentieren nicht – und sind sie einmal gebaut, so müssen sie wegen Baumängel oder Schadenereignissen saniert werden, wie zum Beispiel der Mitholztunnel. Früher verdiente der Staat noch Geld mit dem Verkehr, wie das neue Buch «Strassen für alle, Infrastrukturpolitik im Kanton Bern 1790–1850» von Daniel Flückiger zeigt. Die Neuerscheinung beweist aber auch, dass der Profit des Staates nur die halbe Wahrheit ist.

Ende des 18. Jahrhunderts waren im Strassenverkehr in Europa grosse Verbesserungen erreicht worden. Dank besseren Fahrzeugen, flacheren Strassen und stärkeren Pferden stieg die Effizienz. Die Überlegung, die hinter dem Entschluss stand, das Strassennetz weiter zu verbessern und auszubauen, war einfach: Bessere Strassen bedeuten mehr Handel und Verkehr, was wiederum mehr Zolleinnahmen einbringt. Die Zölle waren das wichtigste Argument für den Strassenbau. Und kassiert wurde nicht zu knapp: Um das Jahr 1800 zählte man im Kantonsgebiet 31 staatliche und private Zollstationen. Zwischen 1732 und 1782 konnten die Einnahmen im Bereich der Strassen versiebenfacht werden. Generell hatte der Handel über grössere Strecken damals jedoch eine kleinere Bedeutung als heute. Der grösste Teil der Produkte sei lokal hergestellt und verkauft worden, sagt Flückiger. «Ein Transport über 100 Kilometer Landweg kostete ungefähr gleich viel wie die Ware selber.»

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