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Die neuen Welterbe-Stätten der Unesco

Die Welt schaut ohnmächtig zu, wie religiöse Fanatiker die heiligen Grabstätten Timbuktus zerstören, derweil erweitert die Unesco ihre Liste der Welterbe-Stätten kontinuierlich.

In der Ausgrabungsstätte, 100 Kilometer nördlich von Ipoh, finden sich die ersten menschlichen Spuren ausserhalb Afrikas und Artefakte aus dem Paläolithikum.
In der Ausgrabungsstätte, 100 Kilometer nördlich von Ipoh, finden sich die ersten menschlichen Spuren ausserhalb Afrikas und Artefakte aus dem Paläolithikum.
Unesco / University of Science Malaysia
Inmitten des tropischen Trockenwaldes, umgeben von gewaltigen Tafelbergen, leben die Menschen dort in Strohhütten, fernab jeder Zivilisation.
Inmitten des tropischen Trockenwaldes, umgeben von gewaltigen Tafelbergen, leben die Menschen dort in Strohhütten, fernab jeder Zivilisation.
Unesco / Sébastien Moriset
Das Gebirge in Indien, am Rande des Dekkan-Plateaus, ist Heimat von über 300 bedrohten Tier- und Pflanzenarten.
Das Gebirge in Indien, am Rande des Dekkan-Plateaus, ist Heimat von über 300 bedrohten Tier- und Pflanzenarten.
Unesco
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Die Zahl der Welterbe-Stätten steigt auf beinahe 1000. An ihrer Sitzung in St. Petersburg hat die Unesco 26 Orte neu in ihre Liste aufgenommen. Doch die Freude über die Neuzugänge wird überschattet von der Sorge um das Welterbe in Timbuktu, das durch radikale Islamisten gefährdet ist.

«Perle der Wüste» auf der roten Liste

Das Komitee nahm deshalb die Wüstenstadt im westafrikanischen Krisenland Mali in seine rote Liste auf. Das Thema werde bis zum Ende der Sitzungen am 6. Juli an vorderster Stelle stehen, sagte eine Unesco-Sprecherin.

«Sie begehen ein Verbrechen gegen die Geschichte der Welt», kritisierte der Unesco-Afrikaexperte Lazare Eloundou Assomo die Islamisten in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Die Verwüstung der geschützten Heiligtümer im Norden Malis sei «durch nichts zu rechtfertigen und inakzeptabel». Die Unesco rief die internationale Gemeinschaft zum Schutz der «Perle der Wüste» auf, die seit 1988 zum Weltkulturerbe zählt.

Zwölf Schweizer Stätten

Grund zur Freude hatten hingegen die Republik Kongo, Palau und Tschad sowie die Palästinensischen Autonomiegebiete. Sie sind alle erstmals auf der begehrten Liste der bedeutenden Stätten vertreten.

Für Aufregung hatte vor allem die Ernennung der Geburtskirche Jesu Christi und des Pilgerwegs in Bethlehem auf Antrag der Palästinenser gesorgt. Allen voran kritisierte Israel die Entscheidung als politisch.

Als Letztes kürte das zuständige Komitee am Montag den russischen Naturpark Lena-Felsen in Sibirien zum Weltnaturerbe, wie die Unesco mitteilte.

Weltweit tragen nun 962 Stätten den Welterbe-Titel, davon zwölf in der Schweiz, so zum Beispiel die Rhätische Bahn, die Weinbergterrrassen in Lavaux VD oder die Pfahlbauten um die Alpen. Bedingung für eine Aufnahme sind etwa der aussergewöhnliche universelle Wert der Stätte sowie ein Plan, der den Erhalt für zukünftige Generationen sicherstellt.

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