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Die Büchse aus dem Land der Haute Cuisine

Ein Leben ohne Konserven ist fast undenkbar – dank begabter Tüftler aus Frankreich. Vor 200 Jahren wurde das Patent auf die Idee angemeldet.

Jahrelang haltbar: Konservendosen füllen die Regale in Supermärkten.
Jahrelang haltbar: Konservendosen füllen die Regale in Supermärkten.
Wikipedia

Die grundlegende Idee hatte der Koch und Feinbäcker Nicolas Appert, der aus der Champagne stammte. Geködert mit einer Belohnung von 12'000 Goldfranken suchte der Franzose ein Verfahren zum Haltbarmachen von Lebensmitteln. Die Prämie hatte Kaiser Napoleon I. ausgelobt, der für seine Feldzüge eine bessere Verpflegung brauchte als die in Dörfern geplünderten Kartoffeln und Brotkanten.

Appertisieren heisst es heute noch, wenn Speisen luftdicht abgefüllt und durch Erhitzen haltbar gemacht werden. Appert kam Ende des 18. Jahrhunderts darauf, bis dahin war nur gesalzen, gepökelt und gedörrt worden, worunter aber stets der Geschmack der Speisen litt.

Vom Glas in die Metallbüchse

Der Franzose experimentierte monatelang und kochte alle möglichen Lebensmittel ab - zunächst in Champagnerflaschen. Dann stieg er auf Glasbehälter um und schlug sein Verfahren dem Kaiser vor. Der schickte die Marine drei Monate lang Konservengläsern mit auf den Weg und war zufrieden, dass Fleisch und Gemüse «in voller Frische» erhalten waren.

Auf die Idee mit der Metalldose kam kurz darauf ein Franzose namens Peter Durand, der nach der Französischen Revolution 1789 nach England ausgewandert war. Er packte das Essen in Blechkanister, bevor er es abkochte; die hielten mehr aus und gingen auf Feldzügen nicht zu Bruch. Am 25. August 1810 meldete Durand seine Erfindung zum Patent an – die Konservendose war geboren.

Zu Beginn tödliche Fehlschläge

Allerdings verzeichnete er mit seiner Erfindung zunächst Rückschläge, denn das Essen aus der Dose brachte regelrecht den Tod. Dutzende englische Soldaten starben an schleichenden Vergiftungen, weil die Blechbehälter anfangs noch mit dem gefährlichen Blei verlötet waren. Ausserdem war der Behälter recht umständlich zu öffnen – nämlich mit Hammer und Meissel. Der Dosenöffner wurde erst einige Jahrzehnte später erfunden.

Vom Alltags- zum Kunstobjekt

Heute laufen bei Dosenherstellern bis zu tausend Büchsen pro Stunde vom Band, aus Weissblech oder Aluminium, innen beschichtet mit Kunststoff, und nicht einmal der Dosenöffner ist unbedingt nötig, viele haben am Deckel einen Verschluss. Gemüse, Früchte, Thunfisch in Öl, Tierfutter sowie Farben und Lacke halten sich in der Dose jahrelang. Ravioli in Tomatensauce verkaufen sich dutzende Millionen Mal im Jahr.

Die berühmtesten Konservendosen der Welt kommen aus Amerika: Der Künstler Andy Warhol malte 1962 sämtliche Suppendosen aus dem Sortiment der Firma Campbell ab – mit durchschlagendem Erfolg. Die Serie «Campbell's Soup Cans» hängt im Museum für Moderne Kunst (MoMA) in New York.

(SDA)

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