Archäologen machen historischen Fund am Tempelberg

Israelische Forscher haben ein Fragment eines steinernen Möbels ans Tageslicht befördert. Was es damit auf sich hat.

Ein Archäologe zeigt, was bei den Ausgrabungen zum Vorschein kam: Der antike Markttisch. Bild: Keystone

Ein Archäologe zeigt, was bei den Ausgrabungen zum Vorschein kam: Der antike Markttisch. Bild: Keystone

In einem umstrittenen Ausgrabungsgebiet nahe dem Tempelberg haben Archäologen fünf Meter unter der Erde einen etwa 2000 Jahre alten Markttisch entdeckt.

Das aus Stein gefertigte Möbelstück soll laut Forschern zur Abmessung von Flüssigkeiten wie Olivenöl oder Wein gedient haben und belege die Abhaltung von Märkten in der Nähe des Tempelbergs zu Zeiten Jesus’. Gemäss dem Leiter der Ausgrabungen, Ari Levy, ist erst seit kurzem überhaupt bekannt, dass an dieser Stelle in der Antike Märkte stattgefunden hatten. Mit dem Fund werde die Theorie gestützt, «dass dies der Ort grosser Handelsaktivitäten war und dass dies möglicherweise auf die Existenz eines Marktes hindeutet», sagte Levy der «Times of Israel».

Gemäss Levy soll der Tisch dem Marktmeister gehört und sichergestellt haben, dass die Flüssigkeiten nach einem einheitlichen Massstab abgemessen und gehandelt werden konnten. Der Messtisch befand sich neben Dutzenden von Steinmessgewichten auf einem breiten gepflasterten zentralen Platz, der noch ausgegraben wird.

Forscher Ari Levy hält den Fund in die Kamera. Bild: Keystone

Beim am Montag präsentierten Markttisch handle sich um den erst dritten Tisch dieser Art, der bisher in dem Ausgrabungsgebiet im Zentrum Jerusalems gefunden worden sei. Die Erkenntnisse über den antiken Markt trügen dazu bei, die jüdische und römische Geschichte Jerusalems zu rekonstruieren, sagte Levy weiter.

Die Ausgrabungen auf dem Areal im City of David National Park sind umstritten; Palästinenser betrachten dies als einen weiteren Versuch Israels, die Kontrolle über das Gebiet zu festigen – das Gebiet erstreckt sich von der Festungsmauer in der Altstadt bis in ein palästinensisches Viertel im israelisch besetzten Ostjerusalem, weshalb die Ausgrabungen unter Aufsicht der israelischen Antikenbehörde stattgefunden haben. Israelische Nationalisten streben in diesem Viertel eine stärkere jüdische Präsenz an.

red

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