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Zweifel an grossem Befreiungsschlag beim Schuldenkrisen-Gipfel

Eine knappe Stunde soll die Sitzung der 27 Staats- und Regierungschefs am Mittwochnachmittag in Brüssel dauern.

Danach treffen sich die Chefs der 17 Euro-Länder zu ihrem Gipfel, bei dem nichts weniger als der grosse Befreiungsschlag erwartet wird. Euro-Gruppenchef Jean-Claude Juncker kündete Entsprechendes auch gegenüber dem Schweizer Fernsehen (SF) an. Er sei überzeugt, sagte er am Dienstagabend, dass «eine endgültige und sogar bahnbrechende Lösung» in der Euro-Schuldenkrise gefunden werde. Ein Sprecher der EU-Kommission betonte am Mittag, dass «wir heute Abend einen Entscheid brauchen». Das Vertrauen müsse wieder hergestellt werden. Das gelte auch für Italien, von dem Rat und Kommission bis spätestens am Abend einen Brief erwarten, in dem Rom Details und einen Zeitplan für weitere Reformen vorlegen muss. Frankreichs Regierungschef François Fillon warnte vor einem Scheitern des Treffens, wie die Nachrichtenagentur AFP meldet. «Wenn der Gipfel scheitern würde, dann könnte dies den europäischen Kontinent in unbekannte Gefilde stürzen», sagte Fillon laut Abgeordneten bei einem Treffen mit Vertretern der konservativen Regierungspartei UMP in Paris. Gesamtpaket nötig Die Staats- und Regierungschefs müssen sich auf ein Gesamtpaket gegen die Schuldenkrise einigen. Gefragt ist ein zweites Griechenland-Hilfspaket von mehr als 100 Milliarden Euro mit einer grösseren, jedoch weiterhin freiwilligen Beteiligung der privaten Gläubiger. Zudem soll die Rekapitalisierung der Banken aufgegleist werden. Angestrebt wird auch ein effizienterer und grösserer Euro- Rettungsschirm EFSF. Mit einer «Hebelfunktion» soll das Volumen des EFSF von jetzt 440 Milliarden Euro vervielfacht werden, ohne dass es zusätzliche Garantien der Euro-Staaten braucht. Im Gespräch ist ein Mix zweier Modelle: Zum einen eine Art Teilkasko-Versicherung, bei der der EFSF nur für rund 20 Prozent garantieren müsste und nicht für 100 Prozent der Anleihe, wenn ein Staat Pleite geht. Zum anderen ein neuer Fonds, eine Zweckgesellschaft, an der sich ausländische Investoren, aber auch der Internationale Währungsfonds (IWF) beteiligen könnten. Notiz an die Redaktion: Beginn EU-Gipfel: 18.00 Uhr - Beginn Euro-Gipfel: 19.15 Uhr

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