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Was Teilnehmer für das WEF bezahlen

Unternehmen geben für ihren Besuch in Davos zum Teil sechsstellige Summen aus.

Die Einnahmen des Forums haben sich in den letzten fünf Jahren fast verdoppelt: WEF-Gründer Klaus Schwab mit seiner Frau Hilde im Kongresszentrum in Davos.
Die Einnahmen des Forums haben sich in den letzten fünf Jahren fast verdoppelt: WEF-Gründer Klaus Schwab mit seiner Frau Hilde im Kongresszentrum in Davos.
Fabrice Coffrini, AFP

Was unterscheidet den Schweizer Finanzminister Ueli Maurer vom Credit-Suisse-Chef Tidjane Thiam bei ihrem Auftritt beim World Economic Forum in Davos? Maurer muss für seine Teilnahme nichts bezahlen.

Für Unternehmensvertreter ist der Ausflug in die Bündner Berge dagegen nicht ganz billig. Denn es sind die Unternehmen, die mit ihren Beiträgen die Arbeit des WEF tragen. Das Forum hat die Rechtsform einer Stiftung, die rund 1000 Mitglieder zählt. Jedes Mitglied zahlt pro Jahr einen Beitrag von 60'000 Franken. Einfache Mitglieder dürfen dafür einen Vertreter nach Davos entsenden. Der muss aber zusätzlich noch ein Ticket lösen. Das kostet 25'000 Franken plus Mehrwertsteuer.

Und das ist erst der Anfang. Denn das WEF bietet den Mitgliedern verschiedene Niveaus der Zusammenarbeit an. Das Spektrum reicht von der Basismitgliedschaft über den Level «Partner» bis hin zur Kategorie «Strategic Partner». Letztere kostet 600'000 Franken im Jahr.

Die junge Umweltaktivistin Greta Thonberg trifft auf die Chefin des internationalen Währungsfonds (IWF) Christine Lagarde. (25. Juni 2019)
Die junge Umweltaktivistin Greta Thonberg trifft auf die Chefin des internationalen Währungsfonds (IWF) Christine Lagarde. (25. Juni 2019)
Gian Ehrenzeller, Keystone
Verbale Attacken gegen das WEF und Ueli Maurer: Juso-Chefin Tamara Funiciello (r.) fühlt sich in Davos in ihrem Element. (24. Januar 2019)
Verbale Attacken gegen das WEF und Ueli Maurer: Juso-Chefin Tamara Funiciello (r.) fühlt sich in Davos in ihrem Element. (24. Januar 2019)
Gian Ehrenzeller, Keystone
Ein Spürhund am Flughafen Zürich im Einsatz beim Fahrzeug für Präsident Bolsonaro. (21. Januar 2019)
Ein Spürhund am Flughafen Zürich im Einsatz beim Fahrzeug für Präsident Bolsonaro. (21. Januar 2019)
Ennio Leanza, Keystone
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Laut der WEF-Website haben derzeit 118 Unternehmen diesen Top-Status. In der Schweiz sind unter anderem Credit Suisse, ABB, Novartis und Nestlé in dieser Kategorie. Diese Firmen dürfen fünf Teilnehmer ans WEF schicken. Bedingung: Mindestens eine Frau ist mit dabei. Andernfalls dürfen nur vier Unternehmensvertreter nach Davos. Die Tickets à 25'000 Franken plus Mehrwertsteuer kosten extra.

Der Status des «Strategic Partner» beinhaltet weitere Leistungen. Manager dieser Unternehmen bekommen private Räumlichkeiten für Einzeltreffen. Und der CEO darf an den «Governors Meetings» teilnehmen, wo er die Konzernchefs seiner Branche im engsten Kreis treffen kann.

«Mehr als das eine Treffen»

Lohnt sich der Aufwand? «Ja, denn das WEF bietet eine einmalige neutrale Plattform für das Networking auch mit politischen Entscheidungsträgern», erklärt der Manager eines Schweizer Konzerns, der seit Jahren «Strategic Partner» ist. «Das WEF umfasst zudem weit mehr als nur das jährliche Treffen in Davos.»

So würde das Unternehmen Mitarbeiter aller Senioritätsstufen zu Arbeitsgruppen des WEF entsenden, die sich mit Themen wie Umwelt-, Cyberrisiken oder nachhaltige Finanzwirtschaft auseinandersetzen. Und hier sitzen auch Vertreter der Politik und von Nichtregierungsorganisationen mit am Tisch, zu denen Unternehmen allein nicht so schnell Zugang bekämen.

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Der Erfolg des WEF zeigt sich in den Zahlen der Stiftung. So haben sich die Einnahmen des Forums in den letzten fünf Jahren fast verdoppelt und betrugen zuletzt knapp 327 Millionen Franken. Das Geld reinvestiert WEF-Gründer Klaus Schwab in den Ausbau der Organisation: So eröffnete das WEF in San Francisco ein neues Zentrum für die vierte industrielle Revolution.

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