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Es regt sich doch Widerstand gegen das WEF

Lange Zeit sah es danach aus, als würde das Weltwirtschaftsforum in Davos erstmals seit Jahren ohne Gegenkundgebung über die Bühne gehen. Praktisch in letzter Minute regt sich nun doch noch Widerstand.

In vergangenen Jahren gab es jeweils zahlreiche Proteste: Demonstranten halten bemalte Ballone in Davos. (26. Januar 2013)
In vergangenen Jahren gab es jeweils zahlreiche Proteste: Demonstranten halten bemalte Ballone in Davos. (26. Januar 2013)
Jean-Christophe Bott, Keystone

Nun gibt es doch Demonstrationen gegen das Weltwirtschaftsforum (WEF): Am Samstagnachmittag soll auf dem zentralen Postplatz eine Platzkundgebung stattfinden. Der Kleine Landrat, die Exekutive von Davos, hat die Demonstration bewilligt, wie es in einer Mitteilung der Gemeinde vom Dienstag heisst.

Das Gesuch eingereicht hat die Gesellschaft Kultur des Friedens, wie Präsident Henning Zierock auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte. Die Friedensorganisation ist 1988 in Tübingen in Deutschland gegründet worden und seither in verschiedenen Konfliktregionen weltweit aktiv.

Am WEF würden weitreichende wirtschaftliche Entscheide gefällt, deren Tragweite nicht öffentlich gemacht werde, sagte Zierock. «Es kann nicht sein, dass sich dagegen keine Stimme erhebt.» Die Gesellschaft Kultur des Friedens ist seit Jahren bei den Protesten gegen das WEF präsent. Da die bisher federführenden Organisationen keine Kapazität gehabt hätten, springe sie nun ein, sagte Zierock.

Rückzug des obersten Davosers

In den letzten Jahren hatten jeweils die Davoser Grünen zur Kundgebung aufgerufen. Grünen-Sekretär Rolf Marugg, der bisher das Demonstrationsgesuch eingereicht hatte, ist vor kurzem zum Präsidenten des Grossen Landrats gewählt worden. Als oberster Davoser wollte er nicht für die Anti-WEF-Proteste verantwortlich zeichnen.

Die Platzkundgebung vom Samstag ist nicht der einzige Anlass, für den ein Gesuch eingereicht wurde. Ebenfalls bewilligt worden ist die «interkulturelle Veranstaltung beim Denkmal für alle» an der Hohen Promenade in Davos. Dieser stille Anlass findet bereits zum 13. Mal statt. Eine Bewilligung braucht es auch für die Präsentation von Schneeskulpturen auf dem Bubenbrunnenplatz in Davos.

Keine Bewilligung benötigt hingegen die Vergabe des Public-Eye-Awards. Diese Veranstaltung findet dieses Jahr mit der Vergabe eines Lifetime Awards für verantwortungsloses Unternehmertum zum letzten Mal statt.

SDA/rub

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