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Wechsel an der EZB-Spitze Wichtige Ereignisse in der Amtszeit von EZB-Chef Trichet

Frankfurt Jean-Claude Trichet ist der zweite Präsident in der noch kurzen Geschichte der Europäischen Zentralbank (EZB).

In seiner Amtszeit musste der 68-jährige Franzose einige Krisen überstehen. Es folgt eine Chronik wichtiger geld- und finanzpolitischer Ereignisse während seiner Zeit als oberster Währungshüter in der Euro-Zone: 18. Juni 2003: Ein französisches Gericht spricht Trichet vom Vorwurf frei, er habe im Zusammenhang mit einem Skandal um die Grossbank Credit Lyonnais in der 90er Jahren seine Pflichten als Aufseher verletzt und Falschaussagen gemacht. Damit ist der Weg für Trichet an die EZB-Spitze frei. 1. November 2003: Trichet übernimmt offiziell das Amt des Präsidenten der EZB. Seine Amtszeit dauert acht Jahre. 6. November 2003: Trichet setzt zunächst die Geldpolitik seines Vorgängers Wim Duisenberg fort und belässt den Leitzins für die Euro- Zone bei zwei Prozent. 20. März 2005: Die EU-Finanzminister einigen sich auf eine Lockerung der Defizitrichtlinien für die Staatsverschuldung. 1. Dezember 2005: Die EZB erhöht zum ersten Mal seit fünf Jahren den Leitzins für die Euro-Zone um 25 Basispunkte auf 2,25 Prozent. Es folgen weitere Erhöhungen bis auf vier Prozent im Juni 2007. 9. August 2007: Die im Frühsommer auf dem US-Immobilienmarkt ausgebrochene Finanzkrise erreicht einen ersten Höhepunkt und schwappt zugleich nach Europa. Die EZB stellt dem Geldmarkt für einen Tag die Rekordsumme von 94,8 Milliarden Euro zur Verfügung, um ein Austrocknen des Interbankenhandels am Geldmarkt zu verhindern. 3. Juli 2008: Ungeachtet der inzwischen weltweit wütenden Finanzkrise und erster kräftiger Zinssenkungen anderer Notenbanken erhöht die EZB den Leitzins auf 4,25 Prozent. Sie begründet diesen vielfach kritisierten Schritt mit Inflationsgefahren durch die hohen Öl- und Nahrungsmittelpreise. 8. Oktober 2008: Nach der Pleite von Lehman Brothers Mitte September und der Rettung des Versicherungsgiganten AIG nehmen die Spannungen an den Finanzmärkten immer mehr zu. In einer gemeinsamen Aktion senken die wichtigsten Notenbanken der Welt - darunter die EZB - ihre Leitzinsen um einen halben Prozentpunkt. Ein historischer Schritt. 4. Dezember 2008: Die EZB senkt ihren Leitzins überraschend um einen dreiviertel Prozentpunkt auf 2,5 Prozent. Es ist der grösste Zinsschritt seit Einführung des Euro. 5. März 2009: Die EZB senkt den Leitzins erstmals seit ihrer Gründung auf 1,5 Prozent. 7. Mai 2009: Die EZB senkt ihren Leitzins auf das Rekordtief von einem Prozent. Sie lässt offen, ob damit eine Untergrenze erreicht ist. Zusätzlich verlängert sie die Laufzeit ihrer Repogeschäfte mit den Banken und kündigt den Kauf von Covered Bonds - Pfandbriefen und anderen gedeckten Anleihen - im Volumen von bis zu 60 Milliarden Euro über einen Zeitraum von zwölf Monaten an. 24. Juni 2009: Die EZB stellt den Banken der Euro-Zone erstmals für ein ganzes Jahr Liquidität zur Verfügung. Mehr als 1000 Banken greifen zu und sichern sich die gigantische Summe von 442 Milliarden Euro. 10. Mai 2010: Unter dem Eindruck der durch das Schuldendesaster in Griechenland verursachten Euro-Krise beschliesst der EZB-Rat zum ersten Mal in seiner Geschichte den Ankauf von Staatsanleihen von Problemländern wie Griechenland, Portugal und Irland. Offiziell soll mit diesem Schritt die Funktionsfähigkeit der entsprechenden Bondmärkte erhalten werden - de facto stützt die EZB damit dieses Länder. 11. Februar 2011: Weber erklärt offiziell seinen Rückzug zum 30. April 2011. April und Juli: Die EZB erhöht ihren Leitzins in zwei Schritten von einem auf 1,5 Prozent. 24. Juni: Die EU-Staats- und Regierungschefs bestimmen den italienischen Notenbankchef Mario Draghi zum Nachfolger Trichets an der Spitze der EZB. Seine Amtszeit soll turnusmässig am 1. November beginnen. 7. August 2011: Die EZB beginnt wegen der Zuspitzung der Krise mit dem Ankauf spanischer und italienischer Staatsanleihen - gegen den erbitterten Widerstand der deutschen Notenbanker Weidmann und EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark. 9. September 2011: EZB-Chefvolkswirt Stark kündigt offiziell seinen Rückzug aus dem EZB-Direktorium spätestens zum Jahresende an. Nachfolger soll Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen werden.

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