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Verschmelzung von Porsche und VW gefährdet

Stuttgart Die Verschmelzung von Porsche und VW ist durch anhaltende staatsanwaltschaftliche Ermittlungen gegen den früheren Chef des Sportwagenbauers, Wendelin Wiedeking, gefährdet.

Die Wahrscheinlichkeit, dass die entscheidenden Beschlüsse noch auf der Hauptversammlung 2011 gefasst werden können, sei von 70 auf 50 Prozent gesunken, teilte Porsche mit. Anlass für die Prognose sind neue Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Stuttgart gegen Wiedeking und ehemalige Porsche- Finanzmanager. Die Behörde erklärte am Donnerstag, sie ermittle nun auch wegen Untreue und Kreditbetrugs. Diese Ermittlungen würden sich noch mindestens bis zum Jahresende hinziehen. Ursprünglich sollten noch 2011 die erforderlichen Hauptversammlungsbeschlüsse zur Verschmelzung beider Unternehmen gefasst werden. Porsche erklärte, der Ausgang der Verfahren habe Bedeutung für Schadenersatzansprüche, die danach wegen eventueller Marktmanipulationen geltend gemacht werden könnten. Käme es zu wesentlichen Verzögerungen des Verschmelzungsprozesses gegenüber dem Zeitplan der Grundlagenvereinbarung, sinkt nach Einschätzung des Vorstands der Porsche SE auch die Wahrscheinlichkeit eines Gelingens der Verschmelzung insgesamt. Der Vorstand gehe derzeit dennoch davon aus, dass ein erfolgreicher Abschluss der Prüfungen so rechtzeitig möglich ist, dass die Verschmelzung gelingen kann, gegebenenfalls auch noch nach 2011. Die Chancen, dass der Zeitplan eingehalten werden kann, sinken der Mitteilung zufolge durch die neue Entwicklung von 70 auf 50 Prozent. Wiedeking und den Finanzmanagern wurde sowohl Aktienmanipulation als auch «informationsgestützte Marktmanipulation», also etwa die Zurückhaltung meldepflichtiger Entwicklungen, im Zusammenhang mit der ursprünglich geplanten, aber im Zuge der Wirtschaftskrise gescheiterten Übernahme von VW durch Porsche vorgeworfen. Der Vorwurf der Aktienmanipulation erwies sich nach Angaben der Ermittler als nicht haltbar, und das einschlägige Verfahren gegen das ausführende Kreditinstitut, die Maple Bank, wurde eingestellt. Die übrigen Ermittlungen wurden aber um die Vorwürfe des Kreditbetrugs und der Untreue erweitert.

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