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Untersuchungsergebnisse für neuen Sonova-Präsident enttäuschend Börsenregeln und interne Prozesse nicht respektiert

Nach dem Köpferollen an der Spitze des Hörgeräteherstellers Sonova spricht der neue Verwaltungsratspräsident Klartext: Die Ergebnisse der Untersuchung der Insidervorwürfe durch eine Anwaltskanzlei seien «sehr enttäuschend», sagte Robert Spoerry am Mittwoch vor den Medien.

Die Gewinnwarnung hätte eine Woche früher veröffentlicht werden müssen, da die Verkaufsergebnisse für den Monat Februar bereits Anfang März vorgelegen hätten, sagte Spoerry weiter. «Gemäss diesen Zahlen war klar, dass wir nicht auf Kurs sind, um die Jahresziele zu erreichen.» Wenn man nicht auf Kurs sei, müsse man gemäss den Regeln der Schweizer Börse sofort eine Gewinnwarnung aussprechen. Zudem hätte Sonova eine interne Handelssperre für Aktien und Optionen der Mitarbeiter erlassen müssen. «Wir haben das nicht gemacht», sagte Spoerry. Damit sei auch gegen die internen Reglemente von Sonova verstossen worden, worauf ein Handel mit Aktien und Optionen möglich wurde, der nicht hätte stattfinden dürfen. Das habe Vertrauen zerstört und einen gewaltigen Reputationsschaden verursacht, so Spoerry. Kein Rauswurf Nachdem der Verdacht des Insiderhandels aufgekommen war, habe man den bisherigen Sonova-Chef Valentin Chapero sowie Finanzchef Oliver Walker angehört, erklärte Spoerry das Geschehen der vergangenen Tage. Nach den Gesprächen hätten sich die beiden entschieden, angesichts des Reputationsschadens von ihren Positionen zurückzutreten. Rausgeworfen worden seien die beiden Chefs aber nicht, einen goldenen Fallschirm gebe es nicht, so Spoerry. «Wir erfüllen die vertraglichen Verpflichtungen gegenüber Chapero und Walker.» Als Grund für die «freiwilligen Rücktritte» nannte ein Anwalt der Kanzlei Homburger Versäumnisse im internen Controlling und Verletzung von Regeln. «Von sich aus sieht die Firma Sonova keine Veranlassung, selber Strafanzeige zu erheben.» Ob es zu Insiderdelikten bei den Wertpapierverkäufen gekommen sei, wollte Spoerry nicht sagen: Die Frage zu beantworten, sei komplex. Das müsse nicht Sonova machen, sondern die Staatsanwaltschaft.

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