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Zum Widerstand gegen Trump ins Washingtoner Protesthotel

Eine Minibar mit Tipps für Aktivisten, politische Installationen: Nur unweit des Trump-Hotels eröffnet in der US-Hauptstadt eine Art Protesthotel.

Gegenpol zu den Trump-Hotels: Das geplante Eaton Workshop Hotel in Washington, D.C.
Gegenpol zu den Trump-Hotels: Das geplante Eaton Workshop Hotel in Washington, D.C.
Gachot Studios

«Zahlen Sie hier Bestechungsgelder an Trump», «Der US-Präsident ist ein bekannter Rassist und Nazi-Sympathisant»: Phrasen wie diese flackerten dieses Jahr bereits mehrfach über dem Eingang des Trump-Hotels in Washington, D.C. auf. Projiziert hatte sie der Künstler Robin Bell – als stiller Protest gegen die Politik des US-Präsidenten. Immer wieder kommt es vor Hotels von Donald Trump zu Demonstrationen: gegen seine Einwanderungspolitik, den Austritt aus dem Klimaabkommen oder seine Reaktion auf die Gewalt in Charlottesville.

Jetzt entsteht für Trump-Gegner und Aktivisten ein eigenes Hotel – nur wenige Hundert Meter neben dem Trump-Hotel in Washington. Der Ableger der Kette Eaton Workshop eröffnet im Frühjahr 2018 und positioniert sich als Antithese zum Hotelkoloss von Trump. Statt mit protzigem Gold soll das Interieur mit Pflanzen und Bücherwänden dekoriert werden.

Aktivisten-Set in der Minibar

Der Name des US-Präsidenten wird nicht genannt, die Botschaft ist aber klar: «Es geht nicht darum, die Linke und Rechte zu vereinen», sagt Gründerin Katherine Lo der Nachrichtenagentur Bloomberg. Und: «Selektion ist definitiv eine unserer Strategien.» Zu weit will sie sich dann doch nicht aus dem Fenster lehnen und sagt, man wolle Menschen aus einer «Vielfalt von Feldern und Hintergründen, Geschlechtern und Ethnizitäten» anziehen. Bloomberg interpretiert das neue Konzept als «Spielplatz für die, die von der Trump-Regierung marginalisiert werden».

«Selektion ist definitiv eine unserer Strategien.»

Hotelgründerin Katherine Lo

Diese offene Philosophie soll sich durch das gesamte Hotel ziehen, angefangen bei der Minibar. In dieser finden Gäste eine Art «Aktivisten-Set». Dieses soll zum Beispiel eine Anleitung beinhalten, wie man Abgeordnete im Kongress anrufen kann. In den USA können Bürger den für sie zuständigen Abgeordneten via Telefon oder E-Mail kontaktieren und ihre Meinung zu aktuellen Themen äussern oder Fragen stellen.

Menschenrechtserklärung statt Bibel

Zu politischen Themen will man im Eaton Workshop klar Stellung beziehen: «Hätten wir dieses Jahr bereits zum Women’s March geöffnet gehabt, hätte ich mir vorstellen können, unterstützende Poster in den Zimmern aufzuhängen», so Gründerin Lo. Weitere politische Statements sind zu erwartet. Im Hongkonger Hotel von Eaton wurden etwa in den Zimmern Bibeln mit Kopien der UNO-Menschenrechtserklärung ersetzt.

Bereits am Eingang des Hotels werden Gäste auf das politische Klima im Hotel eingenordet: Hier soll Bloomberg zufolge eine Installation des Künstlers AJ Schack gezeigt werden, die aus Zusammenschnitten der US-Wahlen 2012 und 2016 besteht. Die Aussage dahinter: «Wie ist unser Land dahin gekommen, wo es heute ist?» Zur Unterhaltung sind im Eaton Workshop Vorträge, Kunstausstellungen und Livesendungen geplant. Ausserdem soll ein Co-Working-Space eingerichtet werden, bei dem Start-ups mit «progressiven Ideen» Vorrang haben. Was genau damit gemeint ist, ist nicht klar.

Barchef mit Ader für soziale Gerechtigkeit

Auch bei der Einstellungspolitik wird darauf geachtet, Personen mit aktivistischem Hintergrund zu finden, sagt Gründerin Lo. Ihren Getränkechef für das Hotel in Washington wählte sie aus, weil er sich für soziale Gerechtigkeit und gegen sexuelle Ausbeutung in der Gastronomie einsetzt, so Lo. Und wohl auch, weil er von einem renommierten Gastromagazin zum Bartender des Jahres gewählt wurde.

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