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ZKB senkt Kosten und kann Gewinn halten

Die Zürcher Kantonalbank weist für das 1. Halbjahr einen Gewinn von 394 Millionen Franken aus. Der Einstellungsstopp gilt weiterhin.

Das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft läuft gut: Gebäude der Zürcher Kantonalbank.
Das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft läuft gut: Gebäude der Zürcher Kantonalbank.
Keystone

Trotz tiefen Zinsen und einem Taucher im Handelsgeschäft hat die Zürcher Kantonalbank (ZKB) im ersten Semester 2013 ihren Gewinn auf dem Vorjahresniveau halten können. Dies gelang, weil das Kommissionsgeschäft besser lief. Zudem stand die ZKB auf der Kostenbremse.

Insgesamt sank der Personalbestand seit Ende Dezember um gut 130 Vollzeitjobs auf noch 4931 Stellen, wie die ZKB am Freitag in ihrem Halbjahresbericht bekannt gab. Die grösste Staatsbank der Schweiz hatte im vergangenen September einen Einstellungsstopp verhängt, dem bisher über 200 Arbeitsplätze (inklusive Teilzeitpensen) zum Opfer fielen.

Einstellungsstopp gilt weiter

Der Einstellungsstopp gelte weiterhin unbefristet, sagte ZKB-Sprecher Diego Wider auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Weitere Sparmassnahmen würden vermutlich Ende Jahr bekannt gegeben. Es gehe vor allem um Effizienzsteigerungen. Entlassungen dürfte es kaum geben.

Auf den ersten Blick hat die ZKB im ersten Halbjahr einen Gewinnsprung von über 60 Prozent auf 394 Millionen Franken gemacht. Grund für das satte Plus ist allerdings ein Einmaleffekt. Vor einem Jahr hatte die Staatsbank 150 Millionen Franken als Nachfinanzierung in die Pensionskasse gesteckt, was für einen Gewinneinbruch im ersten Semester 2012 gesorgt hatte.

Zinsgeschäft unter Druck

Ohne diese Einmalbelastung konnte die ZKB im Jahresvergleich den Gewinn lediglich ganz leicht um 2 Millionen Franken verbessern. Wegen der tiefen Zinsen musste die ZKB – wie andere Banken auch – in ihrem Hauptgeschäft Federn lassen, das etwa die Hälfte der Erträge beisteuert: Der Zinsertrag sank um 3,7 Prozent auf 571 Millionen Franken.

Deutlich weniger verdient hat die ZKB auch im Handelsgeschäft, das traditionell sehr schwankt (minus 10 Prozent auf 202 Millionen Franken). Dagegen stiegen die Gewinne aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft um 4 Prozent auf 279 Millionen Franken.

Insgesamt sank der Betriebsertrag leicht um 1,5 Prozent. Dies konnte die ZKB durch ihre Sparmassnahmen auffangen, die den Geschäftsaufwand gar um 3,1 Prozent drückten.

Kein Wort zum US-Steuerstreit

Kein Wort verlor die ZKB zu ihrer Verwicklung in den Steuerstreit mit den USA, der wie ein Damokles-Schwert über dem Staatsinstitut schwebt. Zwar verdoppelten sich die Wertberichtigungen, Rückstellungen und Verluste von 25 Millionen Franken im Vorjahr auf 56 Millionen Franken im ersten Semester 2013.

Das dürften aber keine Rückstellungen für eine Busse in den USA sein. Dafür ist der Betrag viel zu niedrig. Gemeinhin wird mit einer Strafe im dreistelligen Millionenbereich gerechnet. ZKB-Chef Martin Scholl hatte im Februar auf die Frage, ob die Bank Rückstellungen für eine US-Busse gebildet habe, gesagt , es sei «nicht zielführend und nicht im Interesse der Bank», darüber öffentlich zu diskutieren.

Zum Anstieg der Rückstellungen hat indes das Steuerabkommen mit Grossbritannien beigetragen. Wie viel Geld sich die ZKB deswegen ans Bein streichen musste, wollte der Sprecher nicht bekannt geben.

Zurückhaltung bei Hypotheken

Bei der Hypothekenvergabe zeigte sich die ZKB zurückhaltender als auch schon. Das Hypothekarvolumen wuchs noch um 1,9 Prozent auf 68,7 Milliarden Franken. Damit hat die ZKB weniger zugelegt, als der Gesamtmarkt. Dieser dürfte gemäss Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz um 4,6 Prozent gewachsen sein trotz der Warnungen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) vor einer Immobilienblase, die die lockere Kreditvergabe der Banken scharf kritisierte.

«Die Zürcher Kantonalbank schenkt der Qualität der Ausleihungen unverändert hohe Aufmerksamkeit», hält die ZKB in ihrem Halbjahresbericht fest. Mittlerweile haben 73 Prozent der Kunden Festhypotheken. Ende Dezember waren es 72 Prozent.

Die Kundenvermögen schrumpften leicht um 0,5 Prozent auf 190,9 Milliarden Franken. Schuld ist der Rückgang an den Börsen, der 1,7 Milliarden Franken an Wert vernichtete. Dies konnten die Netto-Neugelder von 790 Millionen Fr. nicht wettmachen, von denen die ZKB gleich viele anzog wie im Vorjahressemester.

(SDA)

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