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ZKB fällt auf Betrüger herein

Die Zürcher Kantonalbank wurde im Leasinggeschäft hereingelegt. Der Schaden geht in die Hunderttausende. Ein Mitarbeiter musste die Bank verlassen.

Wie kommt die Zürcher Kantonalbank dazu, einer Basler Firma, die laut ihrem Verwaltungsrat nur eine leere Hülle ohne richtige Geschäftstätigkeit ist, das Leasing einer Maschine im Wert von 265'000 Franken zu finanzieren? Das fragte sich auch Markus G.*, als er Anfang Juli von der Zürcher Kantonalbank eine saftige Rechnung erhielt: Die Basler Firma, deren Verwaltungsrat G. seit April ist, solle die erste Rate von 6590.50 Franken für die geleaste Maschine überweisen. Es handle sich um ein Missverständnis, sagte der ZKB-Mann, er bringe das sofort in Ordnung. Anfang August kam wieder eine Rechnung - und neue Ausflüchte von dem Banker. Als G. Anfang September nach der dritten Leasingrechnung ziemlich erbost bei der ZKB intervenierte, bekam er zur Antwort, der betreffende Mitarbeiter arbeite nicht mehr bei der Staatsbank. Und: Die Bank habe mehrere solche Fälle.

Lieferung an Firma ohne Manager

Vieles deutet darauf hin, dass die Täter Unterstützung aus der Bank erhielten. «Der Mitarbeiter, der mit den Leasinggeschäften befasst war, ist nicht mehr für die ZKB tätig», sagt ZKB-Sprecher Urs Ackermann: «Wir haben uns im gegenseitigen Einvernehmen getrennt.»

Ohne Schützenhilfe aus der Bank ist es jedenfalls schwer nachvollziehbar, wie die Täter der ZKB eine Maschine für eine Viertelmillion Franken abluchsen konnten. Denn für die Basler Firma, die laut Handelsregister alte Möbel restauriert, ist kein Geschäftsführer eingetragen. Und mit ihm habe die ZKB nie über einen Leasingvertrag gesprochen, sagt Verwaltungsrat G. Seine Unterschrift auf dem Vertrag sei plump gefälscht, was die ZKB sofort bemerkt hätte, wenn sie bei ihm nachgehakt und einen Ausweis verlangt hätte.

Heisse Luft finanziert

Weitere Ungereimtheiten: Die angebliche Maschinenlieferantin, eine Firma in Baar, ist im Telefonbuch nicht eingetragen und nur über ihre Revisionsfirma erreichbar. Der Verwaltungsrat der Lieferantin wurde erst zwei Wochen vor dem Maschinendeal eingetragen - und sagt nun, er habe den Geschäftsführer, der den Vertrag vermittelte, nach einem Monat mangels weiterer Abschlüsse entlassen. Der Revisor behauptet, er habe das Mandat zurückgegeben, weil er vom Kunden die nötigen Finanzunterlagen nicht erhalten habe. All dies tönt ein bisschen windig für einen Geschäftspartner der ZKB.

Es sieht so aus, als habe die ZKB wiederholt heisse Luft finanziert. Denn faul sind auch weitere Leasinggeschäfte mit Autos und einem Lastwagen. «Es besteht der dringende Verdacht, dass die Bank Opfer von kriminellen Machenschaften geworden ist», sagt dazu ZKB-Sprecher Ackermann, «wir sind in verschiedenen Fällen als Geschädigte von fiktiven Leasinggeschäften betroffen. Vorgetäuscht wurden über mehrere Jahre Leasinggeschäfte mit Maschinen und Fahrzeugen.»

Firmeninhaber verhaftet

Die Abklärungen seien noch im Gange, heisst es bei der Staatsbank. «Wir erwägen, Strafanzeige zu erstatten», sagt Ackermann: «Nach heutigem Kenntnisstand beträgt der Schaden mehrere Hunderttausend Franken. Die Bank hat frühzeitig entsprechende Rückstellungen gebildet.» Ob der Schaden letztlich nicht viel grösser sei, wollte die ZKB nicht kommentieren. Das hänge auch davon ab, wie viele der Leasingdeals reine Luftgeschäfte waren und ob die teilweise vorhandenen Werte noch rückholbar sind.

Mehrere Personen sind verhaftet worden. Darunter auch der Inhaber der Basler Altmöbelfirma, der dem Vernehmen nach in Untersuchungshaft sitzt. Die Behörden ermittelten seit einiger Zeit im Zusammenhang mit einer Serie von Leasingbetrügen und anderen krummen Geschäften, die von mehreren Tätern begangen wurden, sagt der Anwalt eines Verdächtigen. Er wundere sich bloss, wie rudimentär die Geschädigten die wirtschaftlichen Verhältnisse ihrer Vertragspartner in den Leasinggeschäften abgeklärt hätten, sagt der Anwalt.

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