Zum Hauptinhalt springen

WTO-Chef ortet «Führungs-Vakuum» bei den G-20-Ländern

WTO-Chef Pascal Lamy hat der Universität Bern einen Besuch abgestattet. Dabei übte er Kritik an der Einstellung der Staatenwelt bei der Liberalisierung des Welthandels.

«Der Nord-Süd-Gegensatz scheint altmodisch»: WTO-Chef Pascal Lamy.
«Der Nord-Süd-Gegensatz scheint altmodisch»: WTO-Chef Pascal Lamy.
Keystone

Die Liberalisierung des Welthandels geht laut WTO-Generaldirektor Pascal Lamy auch wegen eines «Führungs-Vakuums» nur schleppend voran. Er hofft, dass die 20 wichtigsten Industrienationen (G20) eine Führungsrolle bei den Welthandelsgesprächen wahrnehmen.

Der Chef der Welthandelsorganisation (WTO) bekräftige am Freitag in einer Rede in Bern, dass es keine Alternative zu der so genannten Doha-Runde zur Liberalisierung des Welthandels gebe. Die Gespräche im Rahmen der WTO stocken wegen den Meinungsverschiedenheiten zwischen den reichen Industriestaaten und Schwellenländern.

Aufstrebende Mächte müssten bei den Gesprächen ihre Verantwortung ebenso wahrnehmen wie die etablierten Handelsmächte USA, Japan oder die EU. Die bisherigen Schwergewichte hätten ihre dominante Rolle verloren. «Der Nord-Süd-Gegensatz scheint altmodisch», erklärte der Franzose.

Die neuen Akteure sind die Konzerne

Ohnehin werde heute die Mehrheit des Welthandels nicht zwischen Ländern, sondern zwischen globalisierten Grossunternehmen abgewickelt. Die Akteure hiessen also nicht USA und China, sondern Nokia und Samsung, sagte Lamy.

Zwischenstaatliche oder regionale Handelsabkommen könnten eine multilaterale Vereinbarung nur ergänzen, aber nicht ersetzen. Ein erfolgreicher Abschluss der Doha-Runde sei auch nötig, um Lösungen für die globalen Herausforderungen zu finden, etwa den Klimawandel.

Komplexe Liberalisierungsrunde

Pascal Lamy zeigte sich optimistisch, dass die im Jahr 2001 initiierte Doha-Runde abgeschlossen werden kann. «Das einzig Überraschende bei der Dauer dieser Runde ist, dass überhaupt jemand über die Dauer überrascht ist.» Sie sei wesentlich komplexer und ambitiöser als frühere Liberalisierungsrunden. Der WTO-Chef weilte für das 10-Jahre-Jubiläum des «World Trade Institute» der Universität Bern in der Bundesstadt.

(SDA)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch