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Wirtschaftsführer warnen vor Euro-Crash

Deutsche Arbeitgeber warnen vor einem Scheitern der Politik im Ringen um den Euro. Die Verunsicherung in der Wirtschaft nehme zu. Sie stellen sich aber hinter Kanzlerin Angela Merkel.

Die deutschen Arbeitgeber unterstützten den Kurs der Kanzlerin: Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt rechts hinter Bundeskanzlerin Angela Merkel. (Archivbild)
Die deutschen Arbeitgeber unterstützten den Kurs der Kanzlerin: Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt rechts hinter Bundeskanzlerin Angela Merkel. (Archivbild)
AFP

Mehrere Wirtschaftsführer haben im deutschen «Handelsblatt» vor einem möglichen Scheitern des Euros gewarnt (Interview online nicht abrufbar). Der deutsche Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt sagte, dass die Folgen eines Scheiterns des Euro-Krisenmanagements dramatisch wären. Es drohe in diesem Falle «eine echte Strukturkrise mit schlimmeren Folgen als nach der Lehman-Pleite 2008». Dies könnte «eine Situation sein, in der auch die Feuerwehr nicht mehr zuverlässig funktioniert. Vor allem weil die Feuerwehr, sprich: die Politik, mit ihren Kräften am Ende wäre».

Die Verunsicherung nehme in der deutschen Wirtschaft bereits zu. Die Unternehmen stellten Investitionen zurück und zögerten bei der Schaffung von Stellen. Es müsse alles getan werden, damit «das konjunkturelle Klima durch die Staatsschuldenkrise nicht in starkes Gewitter und Hagel umschlägt», sagte Hundt. Der Kanzlerin stärkte er aber den Rücken: «Ich bewundere, wie die Bundeskanzlerin ihre Positionen in Europa einbringt und durchsetzt», sagte Hundt. Die deutsche Wirtschaft unterstütze den Kurs der Kanzlerin.

«Exportwunder zunichtemachen»

Auch der BMW-Vorstandsvorsitzende Norbert Reithofer warnt im «Handelsblatt» eindringlich vor einem Zusammenbruch der Eurozone. «Bei einer Rückkehr zur D-Mark hätte Deutschland mit einer massiven Aufwertung zu kämpfen, die das deutsche Exportwunder weitgehend zunichtemachen würde», sagte Reithofer. «Die wirtschaftlichen Folgen wären gravierend.»

Zugleich machte der Manager klar, wie wichtig die Auslandsmärkte für den Münchner Autohersteller sind. «Wir sind immer noch sehr eurolastig», sagte Reithofer mit Blick auf die weltweite Absatzverteilung. Auf China entfielen derzeit 20 Prozent aller verkauften Autos der Marke, auf Europa 45 Prozent. Mit knapp 159'000 im Juni verkauften Fahrzeugen ist China für BMW inzwischen der wichtigste Einzelmarkt weltweit.

Sparkassenpräsident gegen Haftungsunion

Angesichts der Eurokrise plädiert der neue Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV), Georg Fahrenschon, für einen Strategiewechsel in der europäischen Finanzpolitik. «Die Akteure an den Finanzmärkten sehen den Euro als unvollständige Währung», sagte Fahrenschon der «Süddeutschen Zeitung». «Mit kurzfristigen Rettungsmassnahmen» schaffe man «kein Vertrauen».

«Der Euro ist richtig», betonte der ehemalige bayerische Finanzminister. Alle hätten davon profitiert, «auch Deutschland beim Export». Es sei aber versäumt worden, «dem Euro durch verbindliche politische Regeln ein sicheres Fundament zu schaffen». Einer europäischen Bankenunion, bei der «die deutsche Einlagensicherung für ausländische Schatten- und Investmentbanken haften soll», erteilte Fahrenschon erneut eine Absage. «Die EU darf keine Haftungsunion werden», sagte der DSGV-Präsident.

dapd/mw

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