Wird die Migros bald zum Hausarzt?

Die Migros ist bereits im Besitz von mehreren Gesundheitszentren. Nun plant der Detailhändler 22 Gemeinschaftspraxen zu übernehmen.

Bald auch Medizin im Sortiment? Migros-Gestelle werden aufgefüllt. (Archivbild)

Bald auch Medizin im Sortiment? Migros-Gestelle werden aufgefüllt. (Archivbild)

(Bild: Keystone Christian Beutler)

Seit 2010 hält die Migros eine Mehrheit an der Medbase AG, die an 17 Standorten Gesundheitszentren betreibt. Nun will der Detailhändler offenbar im grossen Stil expandieren, wie die «Ostschweiz am Sonntag» schreibt. Geplant ist demnach, dass die Migros über die Medbase die Santémed übernimmt.

Die Santémed betreibt in der Schweiz 22 Gemeinschaftspraxen und ist eine Tochter des Krankenversicherers Swica. Mit der Übernahme, die gemäss dem Bericht mehrere Quellen gegenüber der Zeitung bestätigen, würde der Detailhandelsriese auch zum grössten Anbieter für Hausarztmedizin.

Gerücht ging schon länger um

Über diesen Schritt sei in der Branche schon länger gemunkelt worden, wird Felix Schneuwly, Krankenkassenexperte des Internet-Vergleichsdienstes Comparis, zitiert. Angesichts der zunehmenden Teilzeitarbeit in der Branche und den steigenden Kosten für die Technologie sei die Tendenz zu grösseren Einheiten folgerichtig.

Auch Gesundheitsökonom Willy Oggier sagt der Zeitung, Swica sei von Seiten der Ärzte schon länger unter Druck gestanden, die Praxen abzustossen. Dass im Gegenzug Detailhändler ins Gesundheitswesen vorstossen, erachtet er als sinnvoll. Nicht zur geplanten Übernahme äussern wollen sich die Sprecher von Migros und Swica.

chk

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