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«Wir wollen in Mekka U-Bahnen bauen»

Wegen fehlender Aufträge in der Schweiz droht bei Stadler Rail ein weiterer Stellenabbau. Nun hält Unternehmer Peter Spuhler in den arabischen Staaten nach neuen Projekten Ausschau.

Das Unternehmen beschäftigt in der Schweiz 5000 Angestellte: Der Stadler-Rail-Standort in Bussnang.
Das Unternehmen beschäftigt in der Schweiz 5000 Angestellte: Der Stadler-Rail-Standort in Bussnang.
Keystone

Beim Thurgauer Bahnbauer Stadler Rail droht ein weiterer Stellenabbau. «Wenn wir in der Schweiz in den nächsten zwölf bis 18 Monaten weiter leer ausgehen sollten, dann wird es fast zwingend zu einem weiteren Stellenabbau und einer Verlagerung in andere Märkte kommen», sagt Unternehmer Peter Spuhler im Interview mit der «Schweiz am Sonntag».

«Das könnten wir dann nicht mehr durch den Abbau von Temporärstellen auffangen. Dann müssten wir auch Festangestellte abbauen.» Ende Jahr war der Thurgauer SVP-Vertreter aus dem Nationalrat zurückgetreten, weil er sich mangels neuer Aufträge zu hundert Prozent für Stadler Rail einsetzen müsse. Prompt gewann Stadler Rail dieses Jahr etliche Grossaufträge, namentlich in Russland, Weissrussland und Ungarn.

Auftragseingänge verdoppelt

«Fürs kommende Jahr konnten wir mit viel Mühe die Auslastungslücke schliessen», sagt Spuhler. Der Auftragseingang sei von nur etwa 750 Millionen Franken im vergangenen Jahr auf ungefähr das Doppelte in diesem Jahr gestiegen. «Noch immer schlecht sieht es aber für das Jahr 2015 und die folgenden Jahre aus.»

Im April gab Stadler Rail erstmals einen Stellenabbau bekannt. 60 von 960 Stellen im Werk Altenrhein fallen weg. Das könnte erst der Anfang sein: «Wir sind darauf angewiesen, dass wir auch in der Schweiz wieder grössere Aufträge gewinnen können», sagt Spuhler. «Hier haben wir in den letzten Jahren mehr verloren als gewonnen. Wenn sich das nicht ändert, dann droht ein weiterer Stellenabbau.»

Teilnahme an Grossausschreibungen

Stadler Rail beschäftigt zwei Drittel der 5000 Mitarbeiter in der Schweiz. Nebst Osteuropa setzt Spuhler vermehrt auf die arabischen Staaten, wo er an mehreren grossen Ausschreibungen für neue U-Bahnen teilnimmt. «Wir wollen in Mekka, Dubai, Abu Dhabi und Jidda U-Bahnen bauen», sagt Spuhler. Ausserdem kündigt er den Rückzug aufs Verwaltungsratspräsidium «in den nächsten drei bis fünf Jahren» an. Ein Comeback in die Politik sei hingegen «sehr, sehr unwahrscheinlich».

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