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Wieder schwarzer Tag für Schweizer Werkplatz

Bei der Elmex-Herstellerin Gaba werden 240 Stellen gestrichen. Betroffen sind der Kanton Baselland und die Grenzstadt Lörrach. Eine andere Schweizer Firma streicht in Neuenburg 108 Jobs.

Rund 140 Stellen werden abgebaut: Das Gaba-Werk in Lörrach. (Wikimedia/Taxiarchos228)
Rund 140 Stellen werden abgebaut: Das Gaba-Werk in Lörrach. (Wikimedia/Taxiarchos228)

Kahlschlag beim Hersteller der Zahnpasta Elmex: Bei der einst schweizerischen Gaba-Gruppe sollen acht Jahre nach der Übernahme durch den US-Konzern Colgate-Palmolive im Raum Basel beidseits der Grenze 240 Stellen verschwinden. 98 Arbeitsplätze sollen innerhalb der nächsten zwei Jahre in Therwil im Kanton Basel-Land gestrichen werden, wie Gaba mit Sitz in Therwil heute Dienstag Angaben von «20minuten.ch» bestätigte. Gemäss einer Mitteilung der Baselbieter Volkswirtschaftsdirektion ist eine Verlagerung nach Polen geplant.

Weitere 142 Stellen sollen innert Jahresfrist in der deutschen Grenzstadt Lörrach bei Basel wegfallen, wie bei Gaba auf Nachfrage zu erfahren war. Dort soll die Produktion von Zahnpasten aufgegeben werden. Die Verwaltung soll dagegen in der Grenzstadt verbleiben. Um wie viele Stellen es sich handelt, konnte die Gaba-Sprecherin nicht sagen.

Spülungen nicht mehr in Therwil

In Therwil, wo Gaba als Herstellerin von Zahnpflegeprodukten der Marken Aronal, Elmex und Meriodol derzeit noch rund 250 Personen beschäftigt, soll die Produktion von Spülungen eingestellt werden. Vom Abbau nicht betroffen sind am Hauptsitz Mitarbeitende der Abteilungen Medizinische Wissenschaft, Forschung und Entwicklung sowie Professionelle Mundhygiene.

Nach Angaben des Unternehmens wurde an beiden Standorten der Konsultationsprozess eingeleitet, der bis am 7. Dezember dauert. Den Mitarbeitern, die ihre Stelle verlieren, werden Austrittsabfindungen, Treueprämien und Unterstützung bei der Stellensuche versprochen.

Mutterkonzern will Effizienz steigern

Der Stellenabbau in Therwil und Lörrach steht gemäss Communiqué in Zusammenhang mit einem «globalen Wachstums- und Effizienz- Programm» des Mutterkonzerns. Colgate-Palmolive hatte am 25. Oktober trotz Gewinnanstiegs den Abbau von 2000 von insgesamt 38'000 Stellen angekündigt.

Unter anderem will der US-Konzern durch die Zusammenlegung von Produktionsstätten Synergien schaffen und die Effizienz steigern. Wo die Zahnpasten sowie die Mund- und Zahnspülungen von Gaba in Zukunft hergestellt werden, konnte die Sprecherin nicht sagen.

Colgate-Palmolive hatte Gaba 2004 für rund eine Milliarde Franken übernommen. (siehe Info-Box) Das frühere Basler Familienunternehmen hatte sich zuvor im Besitz von rund 80 Aktionären befunden. Beim Verkauf war vereinbart worden, für drei Jahre auf die Stilllegung von Produktionsanlagen zu verzichten. Schon damals wurde die bekannte Elmex-Zahnpaste in Lörrach hergestellt. Hervorgegangen war Gaba aus der 1638 gegründeten «Goldenen Apotheke» in Basel.

Jobs gehen von Neuenburg ins Ausland

Auch aus der Westschweiz kommen schlechte Nachrichten: Der Spray- und Pumpenhersteller EP Systems verlässt Neuenburg. Das Unternehmen will kontinuierlich die Produktion nach Deutschland und Frankreich verlagern. 108 Arbeitsplätze sind betroffen, ein Konsultationsverfahren mit den Angestellten wurde eingeleitet.

Der Entscheid wurde von der US-Investorengruppe Aptar gefällt, die Eigentümerin von EP Systems. Die Verlagerung wird im Rahmen eines Umbauprogramms durchgeführt, das auch andere Werke in Europa betrifft.

Damit will das Unternehmen langfristig seine Wettbewerbsfähigkeit steigern. Die Kündigungen sollen im Laufe des kommenden Jahres ausgesprochen werden, falls es bis zum 16. November zu keiner Einigung zwischen dem Unternehmen und den Angestelltenvertretern kommt.

Sozialplan angekündigt

Der Neuenburger Wirtschaftsdirektor Thierry Grosjean habe sich am Montagabend mit der Leitung von EP Systems getroffen, hiess es in einer Medienmitteilung der Neuenburger Staatskanzlei von heute Dienstag. Er wolle sicherstellen, dass die Angestellten nach der Entlassung so gut wie möglich begleitet werden.

Gemäss den Angaben will die Geschäftsleitung einen Sozialplan aufstellen, der Abgangsentschädigungen und, wo möglich, Hilfe bei der beruflichen Wiedereingliederung vorsieht.

SDA/fko

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