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Wie die Swiss Reisebüros bestraft

Um den Kunden die billigsten Flugbillette anbieten zu können, greifen Reisebüros oftmals auf Tricks zurück – sehr zum Ärger der Fluggesellschaften. Die Swiss geht nun gegen diese Taktik vor.

Strengere Regelung, teurere Flüge: Swiss-Maschine am Flughafen Zürich. (18. Februar 2013)
Strengere Regelung, teurere Flüge: Swiss-Maschine am Flughafen Zürich. (18. Februar 2013)
Keystone

Wer häufig unterwegs ist, kennt oft Tricks, wie man zum Beispiel billig an Flugtickets kommt. Auch die Reisebüros geben sich redliche Mühe, ihren Kunden möglichst günstige Tarife anzubieten. Was üblicherweise über ein globales Buchungssystem geschieht, bietet unter Umständen Spielraum für Kunstgriffe – und das sehr zum Ärger der Fluggesellschaften, die dadurch laut eigenen Angaben an Umsatz einbüssen.

Wie Walter Kunz, Geschäftsführer des Schweizer Reiseverbands (SRV), gegenüber SRF erläutert, steckt hinter den Tricks eine Taktik, die letztendlich dem Kunden dient. «Wenn ein günstiger Tarif für die Strecke Zürich–Hamburg nicht mehr erhältlich ist, kann man den Flug weiterziehen, beispielsweise Zürich–Hamburg–New York», so Kunz. Im Anschluss lasse sich die zweite Teilstrecke wieder stornieren, der Kunde bezahle den günstigeren Preis.

«Unnatürliches Flugverhalten»

Bei der Swiss sieht man solche Praktiken nicht gerne, dort spricht man von «manipulierten Buchungen», wie es auf Anfrage von SRF heisst. Um möglichen Umsatzeinbrüchen entgegenzuwirken, gilt seit dem 10. Juni eine neue, strenge Regelung. Buchungen, die einem durch die Fluggesellschaft nicht näher definierten «unnatürlichen Flugverhalten des Kunden» entsprechen, werden einfach wieder storniert. Im Anschluss müssen die Reisebüros 200 bis 550 Dollar pro Passagier Busse bezahlen.

Auf diese Regelung reagieren die Reiseverbände wiederum mit Kritik, die Tarifpolitik der Fluggesellschaften gilt dort als kundenunfreundlich. «Das Problem sind die unsinnigen Tarife, nicht das Umgehen der Regeln», so der Präsident der Reisebürovereinigung Star gegenüber SRF. Diese Politik würde letztendlich nur dazu führen, dass das globale Buchungssystem in Zukunft nicht mehr genutzt werde, man würde aufs Internet umsteigen – aus Angst vor Sanktionen.

So sind Internetbuchungen von der Strafgebühr ausgenommen: Kauft das Reisebüro für den Kunden beispielsweise ein Flugticket Zürich–Hamburg–New York im Internet, kann es die Busse umgehen – selbst wenn ein Teil des Fluges gar nicht angetreten wird.

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