Was die Pleite für die Passagiere bedeutet

Trotz Insolvenz fliegt die Air Berlin weiter. Was aber, wenn es zu Ausfällen oder Verspätungen kommt?

Zahlreiche verspätete oder gestrichene Flüge: Passagiere an einem Air-Berlin-Schalter.

Zahlreiche verspätete oder gestrichene Flüge: Passagiere an einem Air-Berlin-Schalter.

(Bild: Keystone)

Auf ihrer Webseite betont die Airline, dass sie mit Hilfe der deutschen Bundesregierung weiterfliege. Diese unterstütze Air Berlin mit einem Brückenkredit, um den Flugbetrieb auch langfristig aufrecht zu erhalten.

Für die Fluggäste bedeute das Folgendes:

  • Alle Flüge der Air Berlin und der Tochtergesellschaft Niki finden weiterhin statt.
  • Die Flugpläne bleiben gültig.
  • Gebuchte Tickets behalten ihre Gültigkeit.
  • Alle Flüge sind weiterhin buchbar.

Flieger bleiben in der Luft: Die Bundesregierung unterstützt Air Berlin mit einem Übergangskredit. (Video: Tamedia/AFP)

Auf den Flugbetrieb in Zürich habe die Insolvenz keinen Einfluss, schrieb Flughafen-Sprecherin Sonja Zöchling auf Twitter.

Unklar ist allerdings, was passieren würde, wenn es nach Ablauf des Brückenkredits zu einem Grounding kommt. Wer in Zukunft einen Air-Berlin-Flug bucht, sollte also darauf achten, dass dieser stornierbar ist. Passagiere, die bereits einen nicht-stornierbaren Flug in ferner Zukunft gebucht haben, müssen darauf hoffen, dass Air Berlin eine Lösung für den Weiterbetrieb findet.

Air Berlin sorgte in den letzten Monaten mit zahlreichen verspäteten oder gestrichenen Flügen für Schlagzeilen. In solchen Fällen gibt es Regeln: Wenn eine Airline einen Flug streicht, muss sie ihre Passagiere mindestens zwei Wochen vor dem Flugdatum darüber informieren. Ansonsten bestehe unter Umständen ein Anspruch auf eine Ausgleichsleistung von bis zu 600 Euro, sagt Sandra Rosenberg von refund.me, einem Start-up, das Flugpassagiere bei der Durchsetzung ihrer Ansprüche unterstützt.

«Alle Informationen dokumentieren»

«Betroffene Fluggäste sollten alle verfügbaren Informationen sorgfältig dokumentieren, damit sie Streichungen und Verschiebungen beweisen können», schreibt Rosenberg in einem Communiqué. Ein Anspruch auf Entschädigung bestehe, wenn weniger als sieben Tage vor dem Flugdatum informiert werde und der Abflug mehr als eine Stunde früher oder mehr als vier Stunden später als ursprünglich geplant ankomme. Bei Flugstrecken bis zu 1500 Kilometer ist eine Entschädigung von 250 Euro möglich, bei solchen bis zu 3500 Kilometer sind es 400 Euro und bei über 3500 Kilometern können es 600 Euro sein.

Sollte sich die Fluglinie nicht um eine Ersatzbeförderung kümmern, lohnt es sich laut Rosenberg auf jeden Fall, die entstandenen Mehrkosten für die Ersatzbeförderung von ihr zurückzufordern.

Die Air Berlin ist ein bedeutender Player auf dem Flughafen Zürich. Sie ist mit einem Passagieranteil von 7,1 Prozent die Nummer 2 nach der Swiss. Sie hat mit der Belair eine Tochterfirma in der Schweiz, die im Namen von Air Berlin Feriendestinationen am Mittelmeer oder auf den Kanaren anfliegt. Die Belair fliegt ab Zürich und Basel, sie stellt den Betrieb aber Ende Oktober ein. Dann stellt der Flughafen Zürich auch vom Sommer- auf den Winterflugplan um.

(Angereichert mit Material der Nachrichtenagentur SDA.)

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