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Was die Medien über den CS-Deal sagen

Am Tag nach der Rekordbusse gegen die Credit Suisse hinterfragen die Schweizer Medien vor allem die Haltung der CS-Spitze. Lob erhält hingegen die Regierung.

Die Credit Suisse unterschreibt im Mai 2014 ein Schuldeingeständnis in den USA. Das US-Justizministerium unter Eric Holder gibt das Strafmass bekannt: 2,6 Milliarden Dollar an Zahlungen sind für die Credit Suisse insgesamt fällig.
Die Credit Suisse unterschreibt im Mai 2014 ein Schuldeingeständnis in den USA. Das US-Justizministerium unter Eric Holder gibt das Strafmass bekannt: 2,6 Milliarden Dollar an Zahlungen sind für die Credit Suisse insgesamt fällig.
Keystone
Die UBS wird im Sommer 2008 zu einer Zahlung über 780 Millionen Dollar verurteilt, per Notrecht genehmigt der Bundesrat die Lieferung von total rund 5000 Kundendaten.
Die UBS wird im Sommer 2008 zu einer Zahlung über 780 Millionen Dollar verurteilt, per Notrecht genehmigt der Bundesrat die Lieferung von total rund 5000 Kundendaten.
Keystone
CS-Konzernchef Brady Dougan und weitere Manager erscheinen 2014 zu einer Anhörung vor dem Senatsausschuss.
CS-Konzernchef Brady Dougan und weitere Manager erscheinen 2014 zu einer Anhörung vor dem Senatsausschuss.
Michael Reynolds, Keystone
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Zur Rekordbusse der Grossbank Credit Suisse haben sich am Tag danach weitere Medien geäussert. Der Bundesrat und Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf ernten Lob. Die CS-Führung wird kritisiert. Und über die USA wird Ärger laut.

Dass die Bank nicht in wirtschaftliche Turbulenzen gekommen ist, dafür ist nach Ansicht des «Blick» nicht zuletzt die Landesregierung verantwortlich: «Der Bankenplatz kann sich ein weiteres Mal bei Bundesrat und Finanzministerin bedanken.»

Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf habe offenbar mit dem US-Justizminister Eric Holder einen Weg gefunden, mit dem die Banken ohne weitere Eskalation ihre Probleme lösen könnten. Als Gegenleistung schlägt die Zeitung vor: «Credit Suisse und die anderen fehlbaren Banken sollten im Gegenzug für die staatliche Unterstützung Widmer-Schlumpf bei der Umsetzung der Weissgeldstrategie aktiv zur Seite stehen.»

«Ausdruck rechtsstaatlicher Willkür»

Für die «Basler Zeitung» ist «die Busse ein Skandal, zumindest im helvetischen Rechtsverständnis». Die CS habe nur halb so viel Schwarzgelder wie die UBS verwaltet - und müsse nun dennoch deutlich mehr bezahlen. Die US-Regierung habe ihre Praxis offenbar geändert, auch Grossbanken gälten nicht mehr als «too big to jail».

Nicht zuletzt deshalb wertet der Kommentator die Busse als «ein Ausdruck rechtsstaatlicher Willkür». Sie streue der amerikanischen Öffentlichkeit aber bloss Sand in die Augen, denn Gerechtigkeit stelle sie keine her. Beispielsweise wanderten keine Schuldigen ins Gefängnis, da dafür die Möglichkeiten des Strafrechts nicht ausreichten.

«Glimpflich ausgegangen»

Einigermassen glimpflich ausgegangen, ist der Fall aus Sicht der «Berner Zeitung», jedenfalls «für Staat und Steuerzahler». Dagegen werfe die Position der CS-Führung um Urs Rohner und Brady Dougan Fragen auf: «Haben sie wirklich nichts gewusst von den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter?»

Dass sie mit Nein antworteten, bestätige ein verbreitetes Vorurteil: «In den oberen Hierarchiestufen mit den hohen Löhnen halten die Schotten dicht.»

Die «Aargauer Zeitung» urteilt ähnlich: «Das CS-Topmanagement glänzt nicht mit dieser Leistung. Aber es wird sicher zahlreiche Gründe finden, wieso es nicht direkt für das Schlamassel verantwortlich ist. Die Fehler machen andere. Den Erfolg verbucht man selbst und kassiert den Bonus.»

«Das Schicksal von Dougan ist besiegelt»

Auch in der Westschweiz gehen die Medien hart ins Gericht mit der CS-Spitze. «Das Schicksal von Dougan ist besiegelt», schreiben die «Tribune de Genève» und «24 Heures». Ein Chef müsse die Verantwortung übernehmen, ob er nun von den Machenschaften gewusst habe ober nicht. Auch Präsident Rohner werde wohl nächstes Jahr seinen Posten räumen müssen, schreiben die Zeitungen weiter.

«Le Temps» macht die CS-Führung zudem für die Höhe der Busse von 2,6 Milliarden Dollar verantwortlich. Die Verantwortlichen hätten nicht gemerkt, dass sich die Dinge nach dem UBS-Deal verändert hatten. Nun seien sie für ihre «Unfähigkeit, ein aufrichtiges Geständnis abzulegen», bestraft worden.

«Le Matin» findet es einen Skandal, dass die Bank womöglich einen Teil der Summe von den Steuern abziehen kann. Das komme einem «Rabatt» für Verfehlungen gleich.

SDA/mw

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