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Warum es die UBS in die Wüste zieht

Saudiarabien soll vom Öl unabhängiger werden. Der neue Kurs des Königshauses sorgt dafür, dass Grossbanken ihre Präsenz in Saudiarabien ausbauen.

Ein Showroom für Luxusautos in Riad: Saudiarabien will sich wirtschaftlich öffnen. Die Grossbanken wittern ein Geschäft.
Ein Showroom für Luxusautos in Riad: Saudiarabien will sich wirtschaftlich öffnen. Die Grossbanken wittern ein Geschäft.
Faisal Nasser, Reuters

Saudiarabien ist eines der reichsten Länder der Welt. Doch die internationalen Grossbanken behandelten das Land eher stiefmütterlich. Das beginnt sich nun zu ändern, dies berichtet die «Financial Times» (Artikel bezahlpflichtig). Gleich mehrere Finanzinstitute wollen ihre Präsenz im Wüstenstaat deutlich ausbauen. Dazu gehören laut dem Artikel auch die Schweizer Grossbank UBS sowie die US-Banken Goldman Sachs, JP Morgan und die Citigroup.

Saudiarabien ist ein ölreicher Staat. Er verfügt über 16 Prozent der weltweiten Erdölreserven. Das schwarze Gold spülte jahrelang viel Geld in das Land. Die staatlich kontrollierte Wirtschaft ist komplett davon abhängig. Im Zeitalter von tiefen Ölpreisen und der aufkommenden Elektromobilität ist das ein Risiko. Schon seit einiger Zeit versucht das saudische Königshaus, das Land vom Rohstoff unabhängiger werden zu lassen. Mit dem Projekt «Vision 2030» will Saudiarabien dafür sorgen, dass sich die Wirtschaft diverser entwickelt.

King Abdullah Economic City: So heisst das zurzeit wohl grösste Bauvorhaben weltweit. Bis 2020 soll am Roten Meer eine Stadt für zwei Millionen Menschen entstehen.
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Wimberly Allison Tong & Goo
Vision: Die nach König Abdullah benannte Stadt wird 100 Kilometer nördlich von Jidda gebaut und soll laut den Planern das neue wirtschaftliche Zentrum Saudiarabiens werden.
Vision: Die nach König Abdullah benannte Stadt wird 100 Kilometer nördlich von Jidda gebaut und soll laut den Planern das neue wirtschaftliche Zentrum Saudiarabiens werden.
Omar Salem, AFP
Konservative Tradition: Momentan gibt es in King Abdullah Economic City keinen Alkohol, keine Kinos und keine gemischten Strände. (November 2012)
Konservative Tradition: Momentan gibt es in King Abdullah Economic City keinen Alkohol, keine Kinos und keine gemischten Strände. (November 2012)
KAEC Communication
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Der Ölsektor soll zumindest teilweise privatisiert werden und auch die Finanzmärkte sollen geöffnet werden. So wird etwa schon seit einiger Zeit der Teil-Börsengang der staatlichen Erdölgesellschaft Aramco vorbereitet.

UBS baut aus

Das eröffnet auch den Banken Chancen. So plant etwa das US-Geldhaus Goldman Sachs, die Mitarbeiterzahl in Saudiarabien in den nächsten zwölf Monaten zu verdoppeln. Auch die UBS baut aus, sie plant in den nächsten Jahren ihre Mitarbeiterzahl in Riad deutlich zu steigern.

JP Morgan werde die Mitarbeiterzahl in Riad um 50 Personen auf 100 anheben. Damit werde der dortige Standort so wichtig wie der in Dubai. Das ist ein Signal. Denn das Finanzzentrum in den Vereinigten Arabischen Emiraten dient vielen Banken als Zentrale, um die Arabische Halbinsel zu bedienen.

Gegenüber der FT sagt Atiq Rehman, der Regionenchef der Citigroup, dass Saudiarabien ein grosses Wachstumspotenzial biete. Die «Vision 2030» sorge für ein grosses Bedürfnis nach Kapital aus dem Ausland. Und bietet damit auch eine Chance für die internationalen Grossbanken. (jb)

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