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Von Lufthansa-Streik auch Flüge in die Schweiz betroffen

Der grössten deutschen Fluggesellschaft steht ein weiterer Streiktag bevor. In München und Frankfurt kommt es zu Arbeitsniederlegungen. 30 Lufthansa-Flüge nach Genf, Zürich und Basel mussten gestrichen werden.

Bleiben heute teilweise am Boden: Flugzeuge der Lufthansa in München. (Archivbild)
Bleiben heute teilweise am Boden: Flugzeuge der Lufthansa in München. (Archivbild)
AFP

Tausende Beschäftigte haben bei der Lufthansa kurzfristig die Arbeit liegen lassen. Die Gewerkschaft Verdi will mit dem Warnstreik die Fluggesellschaft von ihrem strikten Sparkurs abbringen.

Auf den grösseren deutschen Flughäfen ging heute Vormittag kaum noch was: Mit einem Warnstreik tausender Lufthanseaten hat die Gewerkschaft Verdi grosse Teile des deutschen Luftverkehrs lahmgelegt. Die bestreikte Lufthansa hatte bereits am Vortag nach der Ankündigung knapp 700 Flüge zu innerdeutschen und europäischen Zielen gestrichen.

Das Chaos hielt sich wegen der langen Vorwarnzeit in Grenzen, da nur wenige Passagiere ohne Informationen an die bestreikten Flughäfen kamen. Die meisten Interkontinentalflüge fanden laut Lufthansa aber statt.

Als sich am Mittag die Situation wieder normalisierte, war sich die Gewerkschaft sicher, vor der für Freitag geplanten Tarifverhandlung einen unmissverständlichen Warnschuss abgegeben zu haben. Das Lufthansa-Management müsse seine Sparvorgaben zurücknehmen, verlangte Verdi-Chef Frank Bsirske vor etwa 4000 Gewerkschaftern in Hamburg.

«Das ist Lohnraub, ein Frontalangriff»

Verdi fordert für die rund 33'000 Beschäftigten 5,2 Prozent mehr Lohn und Schutz vor Entlassungen. Lufthansa hatte hingegen von den Arbeitnehmern Nullrunden und längere Arbeitszeiten angemahnt.

«All das, was uns wichtig ist, ist für den Vorstand ein rotes Tuch», schimpfte Bsirske. «Das ist ein Programm des erklärten Lohnraubs, ein Programm des Frontalangriffs.» Der Verdi-Chef drohte mit weiteren Protesten, sollte sich der Konzern im Tarifstreit nicht bewegen. «Wer uns nicht ernst nimmt, kriegt uns danach ernsthaft zu spüren.»

Lufthansa wollte sich zum Fortgang der Verhandlungen nicht äussern, für die bereits eine dritte Runde am 17. April verabredet ist. Die Gespräche fänden am Verhandlungstisch und nicht in der Öffentlichkeit statt, sagte ein Sprecher. Das Unternehmen sieht sich zudem als Opfer zahlreicher Streiks, die es häufig gar nicht selbst zu verantworten habe.

Der Sprecher verwies auf die Ausstände von Personenkontrolleuren, Vorfeldaufsehern oder auch Fluglotsen. Diese Arbeitskämpfe bei Flughafenbetreibern oder der Flugsicherung habe Lufthansa nicht beeinflussen können, sei aber regelmässig stark in Mitleidenschaft gezogen worden. «Das schlägt immer voll auf uns durch. Wir stehen dann mit tausenden Betroffenen im Rampenlicht.»

Auch Schweizer Flughäfen betroffen

Zentren des Warnstreiks waren die Flughäfen in Frankfurt und Hamburg, an denen allein rund 6000 Verdi-Mitglieder an den Aktionen teilnahmen. Auch in Berlin, München, Düsseldorf und Köln legten Gewerkschaftsmitglieder die Arbeit nieder.

Nach Angaben der Frankfurter Lufthansa-Zentrale waren mehr als 670 von rund 1800 für diesen Tag geplanten Verbindungen gestrichen worden. Die Flugabsagen reichten bis in den Nachmittag, weil einzelne Umläufe der Jets gestört waren. Betroffen waren auch Schweizer Flughäfen. Gemäss der Lufthansa-Internetseite wurden rund 30 Flüge von und zu Genf, Basel und Zürich gestrichen.

SDA/chk

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