Zum Hauptinhalt springen

Vincenz kündigt Rücktritt an

Der Raiffeisen-Chef tritt mit Erreichen seines 60. Lebensjahres zurück. Der Nachfolger steht auch bereits fest.

Bald ist Schluss mit operativer Leitung: Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz.
Bald ist Schluss mit operativer Leitung: Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz.
Keystone

Bei der Bankengruppe Raiffeisen kommt es im März 2016 zum Chefwechsel. Pierin Vincenz tritt mit Erreichen seines 60. Lebensjahres als Vorsitzender der Geschäftsleitung zurück. Der Nachfolger ist bereits bestimmt.

Der Verwaltungsrat hat Patrik Gisel, Stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsleitung und Leiter des Departementes Markt, zum neuen CEO der Raiffeisen Gruppe designiert, wie die Bank mitteilte. Er ist seit 15 Jahren für die Bank tätig.

Mit der Wahl von Gisel setze Raiffeisen ein klares Zeichen für Kontinuität: Gisel habe als langjähriges Geschäftsleitungsmitglied die strategische Ausrichtung der Raiffeisen Gruppe wesentlich mitbestimmt, hiess es.

Meilenstein Notenstein

Vincenz amtet seit 1999 als Chef der Raiffeisen Gruppe. Er habe die Genossenschaftsbank zu einem erfolgreichen, führenden Finanzinstitut der Schweiz geformt, schreibt Raiffeisen. Den wohl grössten Coup landete Vincenz, als Raiffeisen 2012 das US-Geschäft der Traditionsbank Wegelin übernahm und seither unter dem Namen Notenstein als Tochter weiterführt.

Das war zugleich die Ausgangslage für einen kürzlich beigelegten Rechtsstreit mit der Bank Vontobel um einen Kooperationsvertrag. Die beiden Banken gehen nun ab 2017 getrennte Wege.

In der Ära Vincenz habe sich Raiffeisen von einer Spar- und Hypothekenbank zur drittgrössten Bankengruppe der Schweiz sowohl in den ländlichen als auch den urbanen Regionen entwickelt, schreibt Raiffeisen.

«Einerseits bedauern wir den Rücktritt von Pierin Vincenz sehr, andererseits haben wir grosses Verständnis für seine Entscheidung, nach 20 Jahren und mit Erreichen seines 60. Lebensjahres einen neuen Lebensabschnitt beginnen zu wollen», wird Verwaltungsratspräsident Johannes Rüegg-Stürm zitiert.

SNB zog die Schrauben an

Das Wachstum hat allerdings auch seinen Preis: Das Geflecht der über 300 Raiffeisen-Banken ist von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) vergangenen August als systemrelevant für das Schweizer Finanzsystem erklärt worden. Weil die Raiffeisen-Gruppe seither offiziell als «too big to fail» gilt, muss sie ein Notfallkonzept ausarbeiten und höhere Eigenkapitalanforderungen erfüllen.

Bereits im Juni hatte die SNB auch auf die Risiken hingewiesen, welche Raiffeisen mit dem stark gewachsenen Bestand an Hypothekarkrediten eingegangen sei: In ihrem Bericht zur Finanzmarktstabilität nannte sie explizit das Zinsänderungsrisiko, dem die Raiffeisen Gruppe ausgesetzt sei.

Keine konkreten Pläne

«Ich weiss auch mit 60 noch nicht genau, was ich will!», sagte Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz nach der Bekanntgabe seines Rücktritts in einem Interview mit «20 Minuten». Konkrete Pläne für die Zeit nach dem Rücktritt habe er noch nicht.

«Solange ich noch fit bin, möchte ich neue Herausforderungen annehmen, aber etwas, das nicht so stark vom Agendasetting geprägt ist», sagte er. Er rechne in 30er-Schritten, sagte er. «Die ersten 30 Jahre habe ich eigentlich nicht so viel gearbeitet, bin hauptsächlich in die Schule gegangen. Den zweiten 30 Jahren meines Lebens habe ich dafür viel Schub gegeben.» Mit 60 sei es Zeit, etwas Neues zu machen.

Er strebe kein Amt im Verwaltungsrat der Raiffeisen-Gruppe an, sagte Vincenz. Das entspreche nicht der Raiffeisen-Kultur. Es sei ein endgültiges Ausscheiden.

SDA

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch