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Vatter schliesst Bio-Markt in Bern – 47 Angestellte betroffen

Eine Epoche im Detailhandel geht zu Ende: Nach 18 Jahren schliesst Vatter seinen Bio-Supermarkt in Bern. Der Niedergang des Ladens hat auch mit Coop und Migros zu tun.

Aus für Vatter in Bern: Das Geschäft wird Ende März geschlossen.
Aus für Vatter in Bern: Das Geschäft wird Ende März geschlossen.
BZ

Das Unternehmen begründet den Schritt mit wirtschaftlichen Zwängen. 47 Angestellte sind betroffen, teilte die Vatterland AG am Freitag mit. Mindestens 39 werden entlassen. Daneben möchte das Unternehmen die Arbeitsplätze von sechs Lehrlingen und zwei Erwachsenen sichern, indem man einen Lehrlingsladen in einem Quartier eröffnet. Das setze allerdings die Unterstützung der Behörden voraus.

Der Umsatz des Bio-Supermarkts sei seit 2008 um mehr als 15 Prozent zurückgegangen, heisst es im Communiqué. Der Entscheid zur Schliessung sei unumgänglich, schmerze aber sehr, sagte Verwaltungsratsmitglied Thomas Vatter auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Schliesslich sei Vatter 1992 der erste Biosupermarkt der Schweiz gewesen. «Doch irgendwann ist die Zeit als Pionier abgelaufen».

Mehrstöckiger Laden als Problem

An der Spitalgasse habe der Laden mit den engen Platzverhältnissen auf zwei Stöcken zu kämpfen gehabt. «Täglich mussten Tonnen von Waren mit Lift ins zweite Untergeschoss befördert und von dort in die Regale verteilt werden.» Frischprodukte mussten zweimal bestellt und angeliefert werden, weil zu wenig Lagerkapazität bestehe.

Das häufige Bestellen und ständige Auffüllen der Regale sei personalaufwendig, gab Vatter zu bedenken - «im Lebensmittel- Branchenvergleich, der keine mehrstöckigen Läden kennt, zu teuer». So habe der Bio-Supermarkt zwar «hohe Kundenfrequenzen und traumhafte Quadratmeter-Umsätze» erreicht, zugleich aber mit hohen Kosten kämpfen müssen.

Konkurrenz von Coop und Migros

Der Niedergang des Ladens hat auch mit den verstärkten Bio- Anstrengungen der Grossverteiler Coop und Migros zu tun. Das «Bio»- Engagement von Coop ab 1993 habe sich zunächst belebend auf den Biofachhandel ausgewirkt, hielt Vatter fest. Als auch Migros sowie Manor und Globus aufsprangen, wurde es aber doch eng.

Heute sei die Konkurrenz gross. Wenn Coop im Januar eine Aktion mit marokkanischen Bio-Rispentomaten zum Jahrestiefpreis von 2.35 Franken lanciere, habe ein Biosupermarkt «Mühe, derlei mitzumachen».

Der eigene Supermarkt habe besonders stark gelitten, «weil er Supermarkt neben Supermärkten und nicht Bioladen in der Nachbarschaft war». Vieles von dem, was Vatter anbiete, sei inzwischen in unmittelbarer Nähe greifbar - im Bahnhof sogar sieben Tage in der Woche von früh bis spät.

Suche nach Mieter

Die Ladenfläche auf zwei Stöcken an der Spitalgasse will die Vatterland AG nun vermieten. Thomas Vatter sagte dazu, man könne sich verschiedene mögliche Mieter vorstellen. In jedem Fall hoffe man auf einen Laden, der Frequenz bringe. Der Standort solle belebt bleiben.

Weiterführen will Vatter seine anderen Zweige. Dazu gehören die Modeboutique nature à porter sowie das Vatterland-Sitzungszentrum und der Wellness-Bereich espace bien-être in den oberen Etagen der Liegenschaft an der Spitalgasse.

(SDA)

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