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Valora übernimmt grösste deutsche Kiosk-Kette

Die Schweizer Kioskbetreiberin baut ihr Geschäft in Deutschland massiv aus. Mit dem Erwerb von Convenience Concept wird Valora gleich zur Marktführerin.

Die Kioskbetreiberin Valora baut ihr Kioskgeschäft in Deutschland weiter aus: Sie übernimmt die Lekkerland-Tochter Convenience Concept (CC) und wird damit nach eigenen Angaben zum führenden Mikro-Retailer im deutschsprachigen Raum und zum zweitgrössten in Europa.

Zum Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden, teilt Valora mit. CC sei mit rund 1300 Verkaufsstellen die grösste zusammenhängende Kiosk-Kette in Deutschland und habe 2011 einen Aussenumsatz von rund 540 Millionen Franken erwirtschaftet. Für die Übernahme ist noch die Zustimmung des Bundeskartellamts nötig.

«Beachtlicher Meilenstein»

Die Übernahme der CC bedeutet laut Valora einen «beachtlichen Meilenstein» in der Wachstumsstrategie. Sie ermögliche es, die «angestrebten Wachstums- und Profitabilitätsziele im Retailbereich bis 2015 zu erreichen», wird Valora-CEO Thomas Vollmoeller in der Mitteilung zitiert.

Zusammen mit dem Erwerb der Tabakwaren-Kette tabacon Franchise 2010 sei es innerhalb der letzten 18 Monate gelungen, die grösste sowie die viertgrösste deutsche Kiosk-Kette zu akquirieren. Mit fast 1500 Standorten entstehe das grösste Kiosknetz Deutschands mit einem geschätzten Marktanteil von 10 Prozent.

Mit 2900 Standorten werde Valora zudem führender Mikro-Retailer im deutschsprachigen Raum und zusammen mit den knapp 100 Standorten in Luxemburg und Österreich sowie den 1200 in der Schweiz zweitgrösster in Europa, führend in Europa ist die französische Lagardere Services.

Profitabilität erhöhen

Der Zukauf kann laut Valora aus bestehenden Kreditfazilitäten finanziert werden. Erst im Dezember hatte sich Valora über einen neuen Syndikatskredit von 300 Millionen Franken frisches Kapital beschafft. Die Wachstumsstrategie könne vorangetrieben werden, ohne Gebrauch von der 2011 genehmigten Kapitalerhöhung zu machen, hiess es damals.

Im ersten Jahr der vollständigen Konsolidierung der CC rechnet Valora Retail in Deutschland mit einem Aussenumsatz von rund 900 Millionen Franken, darin eingeschlossen die Umsätze der bestehenden rund 170 Bahnhofsbuchhandlungen. Deutschland komme so an die Grössenordnung von Valora Retail Schweiz mit einem Aussenumsatz von 1,2 Milliarden Franken heran.

Das Wachstumsziel im deutschen Markt von 1000 kleinflächigen Kiosken bis 2015 sei zudem mit dem CC-Erwerb schon übertroffen. Deutlich erhöht werden könne bis 2015 die Profitabilität, so unter anderem mittels Umstellung auf das Franchisekonzept und Bereinigung des Standortportfolios.

Dank Kostensynergien und Skaleneffekten soll der Betriebsgewinn (Ebitda) der CC bis 2015 auf über 20 Millionen Euro steigen. 2011 hatte die Kette, deren Läden von Franchisenehmern und selbständigen Partnern betrieben werden, einen Ebitda von 12 Millionen Euro erzielt.

Lekkerland weiter Partner

Ihre strategische Partnerschaft erweitern wollen zudem Valora und die bisherige CC-Eigentümerin Lekkerland: Diese soll die bisherigen CC-Standorte sowie die Valora-Bahnhofsbuchhandlungen weiter beliefern, neu zudem die tabacon-Kette. Künftig wolle sich Lekkerland auf Grosshandel, Logistik und Dienstleistung konzentrieren.

Valora hat 2010 einen Umsatz von rund 2,9 Milliarden Franken und einen Reingewinn von 63,6 Millionen Franken erzielt. Lekkerland erwirtschaftete 2010 mit über 6200 Mitarbeitenden einen Umsatz von 12,2 Milliarden Euro.

SDA/jak

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