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UBS-Aktien stürzen nach Zahlen um mehr als 5 Prozent ab

Der Quartalsgewinn der Grossbank beträgt 1,664 Milliarden Franken, was die Voraussagen der Analysten weit übertrifft. Grund sind aktivierte latente Steuern. Operativ erfüllt die Bank die Erwartungen nicht.

Nur auf den ersten Blick hat die UBS mit ihren heutigen Zahlen die Erwartungen der Analysten übertroffen. Zählt man den buchhalterischen Effekt einer aktivierten latenten Steuer ab, hat sie enttäuscht. Entsprechend reagieren die Aktienmärkte: Der Titel der UBS ist gleich ab Börseneröffnung um mehr als 4 Prozent abgestürzt, gegen 10 Uhr hat er sogar noch mehr verloren und notiert mehr als 5 Prozent im Minus.

Positiv ist immerhin, dass die UBS erstmals seit 2007 netto wieder Kundengelder angezogen hat: 1,2 Milliarden Franken nahm die Bank im dritten Quartal 2010 entgegen, wie am Dienstag bekannt gegeben wurde. Im Vorquartal hatten Kunden noch 4,7 Milliarden Franken abgezogen.

Auch die UBS leidet am schwachen Handel und dem teurem Franken

Die Investmentbank und die Vermögensverwaltung für reiche Kunden (Wealth Management) litten wie bei der Konkurrentin Credit Suisse im dritten Quartal unter einem schwachen Geschäft und dem starken Franken. In der Vermögensverwaltung für institutionelle Kunden (Global Asset Management) waren die Erträge stabil.

Vor allem dank aktivierten latenten Steuergutschriften im Umfang 825 Millionen Franken schaffte die UBS einen unerwartet hohen Gewinn von 1,664 Milliarden Franken. Aber auch Kosteneinsparungen halfen, dieses Ergebnis zu erreichen. Zwischen April und Juni hatte die UBS 2 Milliarden Franken verdient, im dritten Quartal 2009 hatte ein Verlust von 564 Millionen Franken resultiert.

Vor Steuern 818 Millionen

Vor Steuern beträgt der Gewinn nur 818 Millionen Franken, verglichen mit 2,61 Milliarden Franken im Vorquartal. Die UBS habe gemessen am zweiten Quartal 731 Millionen Franken an Kosten eingespart, wurde weiter mitgeteilt. Belastend wirkten Bewertungsverluste auf eigenen Verbindlichkeiten von 387 Millionen Franken. Bei der Credit Suisse belief sich dieser Effekt auf 589 Millionen Franken. Diese Bewertungsverluste resultieren daraus, dass die Schulden beider Grossbanken auf den Märkten wieder als sicherer gehandelt werden. Dadurch steigt aber deren buchhalterischer Rückkaufswert, was negativ in die Erfolgsrechnung einfliesst.

Operativ die Erwartungen nicht erfüllt

Mit den Drittquartalszahlen übertrifft die Grossbank die Voraussagen der Analysten vor allem dank der aktivierten latententen Steuergutschrift weit: Von der Nachrichtenagentur AWP befragte Experten hatten im Schnitt etwa 1,1 Milliarden Franken Gewinn vorausgesagt, jene von Thomson Reuters einen von 1,198 Milliarden und jene von Bloomberg befragten einen von 1,16 Milliarden. Ohne die hohen aktivierten Steuern hätte die UBS die Gewinnerwartungen verfehlt.

Misst man die Ergebnisse der UBS einzig an den erzielten Erträgen, erfüllt die UBS die Erwartungen der Analysten nicht. Die von Thomson Reuters befragten Experten haben im Durchschnitt mit Gesamterträgen von 7,58 Milliarden gerechnet, erzielt hat die Bank dagegen 6,66 Milliarden - rund 12 Prozent weniger.

SDA/mdm/pbe

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