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UBS-Ergebnis besser als erwartet – Aktie gibt nach

Der UBS-Konzerngewinn halbiert sich 2016 im Vergleich zum Vorjahr. Trotz eines stärker als erwarteten Schlussquartals enttäuscht die Vermögensverwaltung.

2016 legte die UBS einen Schlussspurt hin. Insbesondere das amerikanische Vermögensverwaltungsgeschäft und die Investmentbank konnten zulegen: Bank-Chef Sergio Ermotti. (2. Februar 2016)
2016 legte die UBS einen Schlussspurt hin. Insbesondere das amerikanische Vermögensverwaltungsgeschäft und die Investmentbank konnten zulegen: Bank-Chef Sergio Ermotti. (2. Februar 2016)
Ennio Leanza, Keystone
Konzernchef Sergio Ermotti überlebensgross: Bilder der letzten Generalversammlung am 10. Mai 2016 in Basel.
Konzernchef Sergio Ermotti überlebensgross: Bilder der letzten Generalversammlung am 10. Mai 2016 in Basel.
Georgios Kefalas, Keystone
Sergio Ermotti auf dem Podium der Generalversammlung in der Messehalle in Basel.
Sergio Ermotti auf dem Podium der Generalversammlung in der Messehalle in Basel.
Georgios Kefalas, Keystone
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Lahmende Börsen, handelsmüde Kunden und Sondereffekte lassen die UBS im Vorjahresvergleich nicht gut aussehen. So fällt der Reingewinn mit 3,3 Milliarden Franken um 47 Prozent tiefer aus als 2015, wie die UBS heute mitteilte. Sowohl in der Vermögensverwaltung wie im Investmentbanking sanken die Überschüsse deutlich.

Der Vorjahresvergleich ist jedoch auch durch Sondereffekte aus dem Vorjahr verzerrt, in dem die Grossbank von hohen Steuergutschriften profitiert hatte. Ohne Sondereffekte weist die UBS einen um 24 Prozent tieferen bereinigten Gewinn von 4,2 Milliarden Franken aus.

Aktie verliert 4,5 Prozent

An der Börse notierten die Aktien der grössten Schweizer Bank mit einem Abschlag. Um 9.45 Uhr notierten die Beteiligungspapiere 2,5 Prozent tiefer als zum Handelsschluss am Vortag. Im Schlepptau von UBS gaben auch die CS-Aktien um 2,6 Prozent nach. Der Gesamtmarkt gemessen am SMI zog leicht um 0,08 Prozent an.

Bei Börsenschluss notierte der Swiss Market Index (SMI) 0,31 Prozent im Minus bei 8379,57 Punkten. In der Gesamtwoche liegt der Leitindex damit um 1,3 Prozent im Plus. Der breite Swiss Performance Index (SPI) verlor 0,25 Prozent auf 9152,03 Stellen.

Die stärksten Verluste im SMI entfielen auf die Aktien der Grossbank UBS (-4,5 Prozent). Die Titel der UBS-Konkurrentin Credit Suisse (-3,6 Prozent) mussten ebenfalls deutliche Abgaben hinnehmen, ebenso wie auch die Julius Bär-Titel (-2,7 Prozent).

Vermögensverwaltung schwächelt

Als Grund für die Abgaben sahen Analysten die Kernsparte Vermögensverwaltung. Diese schwächele und verunsichere damit die Anleger. Insbesondere die Nettoneugeldentwicklung im amerikanischen Vermögensverwaltungsgeschäft bezeichneten die Analysten als eher enttäuschend.

Dasselbe scheint für die Vermögensverwaltung im Allgemeinen zu gelten. Neben einem Nettoneugeldabfluss hatte die Schweizer Grossbank im erklärten Kerngeschäft gegenüber dem vorangegangenen Quartal mit einer rückläufigen Bruttomarge zu kämpfen.

Starkes Schlussquartal 2016

Die Analysten zeigen sich in ihren ersten Kommentaren jedoch durchaus positiv angetan vom Viertquartalsabschluss der Grossbank. «Die UBS hat in einem schwierigen Quartal ein ansprechendes Ergebnis publiziert», fasste beispielsweise die ZKB zusammen.

Die Grossbank hat im letzten Quartal 2016 aber überraschend gut abgeschnitten. Sie schloss es mit einem Gewinn von 738 Millionen Franken ab. Um Sondereffekte wie die Steuergutschrift bereinigt, hat sich der Vorsteuergewinn im Vergleich zum Vorjahresquartal von 234 Millionen Franken auf 848 Millionen Franken vervielfacht. Analysten hatten laut «Bloomberg» im Schnitt lediglich 359 Millionen erwartet.

Steigern konnte sich die Bank im Schlussquartal in fast allen Bereichen. Die grössten Sprünge machten das amerikanische Vermögensverwaltungsgeschäft (von 14 Millionen auf 339 Millionen Franken Vorsteuergewinn) und das Investmentbanking (von 80 Millionen auf 306 Millionen Franken Vorsteuergewinn).

Steigerung bei Schweizer Privat- und Firmenkunden

Über das ganze Jahr gesehen musste die Grossbank jedoch Rückschläge hinnehmen, vor allem im internationalen Vermögensverwaltungsgeschäft und in der Investmentbank. So erzielte die internationale Vermögensverwaltung noch einen Vorsteuergewinn von 1,9 Milliarden Franken nach 2,7 Milliarden Franken im Vorjahr. Auch die Investmentbank schloss mit einem Vorsteuergewinn von 1,0 Milliarden deutlich schlechter als im Vorjahr ab (1,9 Milliarden Franken.)

Steigern konnte sich die Bank dagegen im Geschäft mit den Schweizer Privat- und Firmenkunden (+7 Prozent auf 1,8 Milliarden Franken) und in der Vermögensverwaltung in den USA. Mit einem um 54 Prozent höheren Vorsteuergewinn auf 1,1 Milliarden Franken hat die UBS in diesem Geschäft sogar einen neuen Rekord erzielt.

Wachsendes Anlegervertrauen

Im letzten Jahr konnte die UBS 1,6 Milliarden Franken sparen. Das Institut sieht sich auf Kurs, um das per Ende 2017 angestrebte Sparziel von 2,1 Milliarden Franken zu erreichen.

Beim Ausblick zeigt sich die UBS verhalten optimistisch. Die Kundenstimmung werde zwar nach wie vor durch politische und wirtschaftliche Unsicherheit beeinträchtigt, heisst es in der Mitteilung. Die Grossbank beobachte jedoch erste Anzeichen eines wachsenden Anlegervertrauens. Das werde dem Vermögensverwaltungsgeschäft trotz nach wie vor bestehenden Margendrucks möglicherweise zugute kommen.

(SDA)

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