Lieber Swisscom-Kunde, Sie haben 30 Tage Zeit

Der Telecomriese ändert seine AGB für Festnetzkunden. Ohne Intervention werden Personendaten weiterverwendet.

Die Swisscom will künftig Personendaten auch verkaufen: Ein Berater im Gespräch mit einer Kundin in einer Filiale in Bern.

Die Swisscom will künftig Personendaten auch verkaufen: Ein Berater im Gespräch mit einer Kundin in einer Filiale in Bern. Bild: Keystone

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100'000 Swisscom-Festnetzkunden haben dieser Tage bereits einen Brief erhalten. Es geht darin um eine Änderung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) und eine Allgemeine Datenschutzerklärung. In einem Begleitschreiben informiert der Telecomriese über die Weiterverwendung von Kunden-Daten. Das Schreiben sorgt bei der Kundschaft offenbar mehr für Verwirrung als Aufklärung.

«Ich habe den Inhalt trotz aufmerksamer Lektüre nicht verstanden», erklärt ein Kunde in der SRF-Sendung «Espresso». Er vermute jedoch, dass die Swisscom seine Daten an Dritte weitergeben könnte. An wen, wisse er jedoch nicht. Ob das überhaupt legal sei, fragte sich der Hörer.

Eine Swisscom-Sprecherin entschärft die Situation: Das Datenschutzgesetz erlaube, Angaben zu Geschlecht, Alter und Wohnort ohne explizite Einwilligung, jedoch anonymisiert für interne Werbezwecke weiterzugeben. Die neuen AGB würden diese Regeln nicht verletzen. Dies bestätigt auch eine Sprecherin des Eidgenössischen Datenschützers gegenüber «Espresso».

Innert 30 Tagen einen Riegel vorschieben

Jeder Kunde habe jedoch die Möglichkeit, die Nutzung seiner Daten zu verbieten. Dafür muss aber eine Frist eingehalten werden. Ab Erhalt des Briefes hat der Kunde 30 Tage Zeit, sich bei der Swisscom zu melden. Tut er dies nicht, gibt er stillschweigend das Einverständnis zu den neuen AGB. Rechtlich befindet sich dieses Vorgehen im grünen Bereich, wie die Datenschutz-Sprecherin im Bericht erklärt.

Punkto Kundendaten hat die Swisscom dieses Jahr aber noch Grösseres vor: Daten sollen an Dritte verkauft werden können, heisst es im SRF-Beitrag weiter. Gemeint sind dabei beispielsweise Telefon- und Internetkontakte oder Suchwörter, die im Internet eingegeben werden. Dazu müsse vorgängig aber das Einverständnis der Kunden eingeholt werden. (kat)

Erstellt: 03.03.2017, 13:30 Uhr

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