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Swiss bleibt Goldesel der Lufthansa

Die Fluggesellschaft Swiss trotzt einem schwierigen Marktumfeld: Sie hat im ersten Halbjahr 2011 einen operativen Gewinn von 129 Millionen Franken gemacht – doppelt so viel wie im Vorjahr.

Hat den Gewinn verdoppelt: Eine Maschine der Fluggesellschaft Swiss.
Hat den Gewinn verdoppelt: Eine Maschine der Fluggesellschaft Swiss.
Keystone

Die Swiss hält trotz schwieriger Marktbedingungen Kurs: Sie schreibt schwarze Zahlen und sucht Personal. Am Horizont ziehen aber Gewitterwolken auf, denn der starke Franken, hohe Treibstoffpreise und Naturkatastrophen könnten die Airline in Turbulenzen bringen.

«Wir hatten das Budget erstellt und waren für 2011 gut aufgestellt. Dann brachte das Jahr einige Überraschungen», sagte Swiss-Chef Harry Hohmeister am Flughafen Zürich vor den Medien.

Einen Strich durch die Rechnung

Die Naturkatastrophe in Japan machte der Schweizer Fluggesellschaft einen Strich durch die Rechnung. Diese Problematik habe sich mittlerweile zwar wieder entschärft, hielt Hohmeister fest. Die anhaltenden Unruhen in Nordafrika belasteten das Ergebnis der Swiss dagegen weiterhin.

Zu kämpfen hat die Fluggesellschaft zudem mit der Entwicklung des Ölpreises: Dieser sei stark angestiegen und werde so schnell nicht sinken, sagte Swiss-Finanzchef Marcel Klaus. Die Swiss rechne langfristig mit einem hohen Niveau.

Derzeit profitiere das Unternehmen noch von Treibstoffreserven, die vor Jahren günstig eingekauft worden seien. Der tiefe Dollar, in dem die Ölfässer bezahlt werden, kompensiere die Anstiege nur teilweise. Denn im Verhältnis sei der Kursfall der Währung nicht so stark wie der Preisanstieg beim Öl, erklärte Klaus.

Kein Rezept gegen starken Franken

Negativ wirkt sich auch der starke Schweizer Franken aus. Europäische Fluggesellschaften profitierten davon, in der Schweiz Geschäfte zu machen, sagte Klaus. Sie senkten die Preise. Die Swiss müsse mitziehen, um keine Passagiere zu verlieren.

Jeder produzierende Betrieb würde ins Ausland abwandern. Die Swiss als Schweizer Unternehmen wolle ihren Hub jedoch in Zürich behalten. «Es gibt deshalb keine pfannenfertigen Rezepte, stellte der Swiss-Finanzchef fest. Gut gehen die Geschäfte dafür im interkontinentalen Bereich: Dort stieg der Absatz um 10,5 Prozent.

Insgesamt transportierte die Swiss in den ersten sechs Monaten 2011 rund 7,4 Millionen Passagiere. Hält das Wachstum, könnte die Swiss Ende Jahr den von der damaligen Swissair aufgestellten Passagier-Rekord knacken. Die Grenze liegt bei rund 15 Millionen Passagieren.

Swiss bleibt Goldesel

Trotz Turbulenzen hält die Swiss Kurs und schreibt schwarze Zahlen. Gemäss Finanzchef Klaus belief sich der operative Gewinn im ersten Halbjahr 2011 auf 129 Millionen Franken. Das sind 68 Millionen Franken mehr als in der Vorjahresperiode. Das Ziel bleibe, im Dezember mindestens das Ergebnis von 2010 zu erreichen (368 Millionen Franken operativen Gewinn).

Die Lufthansa-Tochter bleibt damit im Konzern der Goldesel. Das deutsche Mutterhaus erzielte zwar einen operativen Gewinn von drei Millionen Euro und einen um rund 11 Prozent höheren Umsatz von rund 14 Milliarden Euro. Nach Steuern resultiert aber ein Konzernergebnis von 206 Millionen Euro Verlust. Das Unternehmen rechnet mit weitreichenden Restrukturierungsmassnahmen, wie es in einer Mitteilung schreibt.

GAV im Oktober unterzeichnen

Die Swiss dagegen hat dieses Jahr 250 neue Arbeitsplätze geschaffen und will im nächsten Jahr rund 500 neue Mitarbeiter einstellen, wie Swiss-Chef Harry Hohmeister sagte.

Zwischen dem Management und der Pilotengewerkschaft Aeropers zeichnet sich zudem eine Entspannung ab: Hohmeister rechnet damit, dass der Gesamtarbeitsvertrag (GAV) diesen Oktober unter Dach und Fach ist.

Um diesen hatten die Parteien lange gerungen. Die Swiss kommt den Piloten mit einem ganzen Paket an Massnahmen entgegen. Dazu zählen etwa Zugeständnisse bei den Einsatzzeiten und den Ferien sowie mehr Lohn. Momentan arbeiten für die Swiss 7500 Angestellte, mehr als die Hälfte davon beim fliegenden Personal.

Details zum neuen Vertrag wollte Hohmeister auch auf eine entsprechende Nachfrage hin keine bekannt geben. Solange nichts unterzeichnet sei, werde auch nicht öffentlich kommuniziert.

(sda/dapd)

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