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Sunrise geht noch 2015 an die Börse

Das zweitgrösste Schweizer Telecomunternehmen will im ersten Halbjahr an die Schweizer Börse gehen. Die Anleger will Sunrise mit einer Wachstumsperspektive locken.

Auch für die Anzeige von Aktienkursen geeignet: Sunrise erwartet einen Erlös von 1,35 Milliarden Franken.
Auch für die Anzeige von Aktienkursen geeignet: Sunrise erwartet einen Erlös von 1,35 Milliarden Franken.
Keystone

Was die Spatzen seit einiger Zeit von den Dächern pfiffen, ist nun beschlossene Sache: Sunrise will an die Börse. Der zweitgrösste Schweizer Telecomanbieter plant den ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX noch in der ersten Hälfte des laufenden Jahres.

Die heutige Sunrise-Besitzerin CVC wird den Börsengang allerdings nicht für einen Ausstieg nutzen. «CVC wird voraussichtlich der bedeutendste Aktionär von Sunrise bleiben», sagte Finanzchef André Krause in einer Telefonkonferenz.

Allerdings werde der heutige Anteil von etwas über 90 Prozent deutlich sinken. Die restlichen Anteile von derzeit knapp 10 Prozent gehören dem Management und den Mitarbeitern von Sunrise sowie einer Drittgesellschaft. «Ob CVC über oder unter die Schwelle von 50 Prozent fällt, können wir noch nicht sagen», sagte Krause. Das hänge vom Preis der Aktien ab.

Dennoch ist der Börsengang der erste Schritt zum Ausstieg der britischen Beteiligungsgesellschaft CVC bei Sunrise. Die Ankündigung der Publikumsöffnung erfolgt nur einen Monat, nachdem bekannt wurde, dass Konkurrentin Orange von der ebenfalls britischen Beteiligungsgesellschaft Apax für 2,8 Milliarden Franken an an den französischen Telecomunternehmer Xavier Niel verkauft werde.

Sunrise bereit

Mit dem Besitzerwechsel bei Orange, der den Schweizer Telecommarkt nicht substantiell verändern werde, habe der Börsengang von Sunrise nichts zu tun, versicherte Sunrise-Chef Libor Voncina. Jetzt sei der richtige Zeitpunkt für einen Börsengang.

Denn Sunrise habe die grossen Investitionen ins Netz, in die Produkte und in die Verbesserung des Kundendienstes gemacht. «Als Unternehmen sind wir bereit, diesen wichtigen Schritt zu machen», sagte der Slowene.

Aus dem Börsengang erwarte Sunrise einen Erlös von 1,35 Milliarden Franken. Das Geld solle ausschliesslich zum Schuldenabbau genutzt werden, sagte Krause. Dazu werde eine Kapitalerhöhung durchgeführt. Damit würde die Verschuldung von Sunrise von derzeit rund 2,9 Milliarden Franken auf rund 1,7 Milliarden Franken sinken.

Weil dies zu deutlich geringeren Schuldzinsen führt und die grossen Investitionsbrocken getätigt sind, erhält Sunrise mit dem Börsengang Luft für eine attraktive Ausschüttungspolitik an die Aktionäre: «Für 2015 hat sich Sunrise zu einer absoluten Dividende von 135 Millionen Franken verpflichtet, die 2016 ausgeschüttet wird.» Danach würden mindestens 65 Prozent des eigenkapitalfreien Cashflows ausgeschüttet.

Wachstumsperspektive

Die Anleger will Sunrise auch mit einer Wachstumsperspektive locken. Nach einer längeren Talfahrt zeigten die Finanzergebnisse des im zweiten und dritten Quartal 2014 wieder einen positiven Trend. Dieser soll sich auch im Schlussquartal fortgesetzt haben. Die Umsätze seien im zweiten und dritten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 3,8 Prozent gewachsen, während der Betriebsgewinn vor Abschreibungen (Ebitda) um 4,6 Prozent zugelegt habe, sagte Krause.

«Für das Gesamtjahr 2014 erwarten wir eine Steigerung des bereinigten operativen Ergebnisses vor Abschreibungen in einer Spanne von 2 bis 3 Prozent», sagte Krause. Auf die ins Auge gefassten Wachstumsziele wollte Sunrise-Chef Voncina nicht eingehen: «Wir können keine zukunftsgerichteten Aussagen machen.»

Allerdings dürften die Bäume bei Sunrise nicht in den Himmel wachsen. Zu erwarten ist, dass das moderate Wachstum weitergeht.

Erster Telecombörsengang seit 1998

Sunrise ist mit 3,3 Millionen Kunden hinter der Swisscom das zweitgrösste Schweizer Telekommunkationsunternehmen in der Schweiz. Seit Oktober 2010 gehört die Firma mit Sitz in Zürich CVC Capital Partners.

Entstanden ist Sunrise 2001 aus der Fusion von Diax und der damaligen Sunrise. 2013 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 2,0 Milliarden Franken und wies Ende September 2014 einen Bestand von 1851 Vollzeitstellen auf.

Insgesamt ist der Börsengang von Sunrise der erste in der Schweizer Telecombranche seit 1998, als die Swisscom teilweise privatisiert wurde. Die Kabelnetzbetreiberin UPC Cablecom hatte im Herbst 2005 einen bereits angekündigten Börsengang in letzter Minute abgeblasen, weil das Unternehmen über Nacht für 2,825 Milliarden Franken an den US-Kabelnetzgiganten Liberty Global verkauft wurde.

SDA/spu

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