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Sulzer verhandelt mit US-Konzern über eine Fusion

Dresser-Rand gilt als Übernahmekandidat. Interessiert sein soll auch Siemens – der frühere Arbeitgeber des Sulzer-Präsidenten.

Würde Verwaltungsratspräsident des neuen Konzerns: Peter Löscher steht derzeit an der Spitze des Verwaltungsrats von Sulzer.
Würde Verwaltungsratspräsident des neuen Konzerns: Peter Löscher steht derzeit an der Spitze des Verwaltungsrats von Sulzer.
Keystone

Im Maschinenbau zeichnet sich eine Elefantenhochzeit ab. Sulzer führt derzeit Fusionsgespräche mit dem US-Konzern Dresser-Rand. Sulzer bestätigte am späten Mittwochnachmittag entsprechende Informationen der «Handelszeitung». Laut Sulzer handelt es sich um nicht exklusive Gespräche. Es sei somit nicht garantiert, dass die Gespräche tatsächlich zu einer Fusion führen würden. Sulzer werde zu den Gesprächen nicht weiter Stellung nehmen, bis eine Verein­barung getroffen sei. Dresser-Rand wollte sich gar nicht äussern.

Käme eine Fusion zustande, würde ein Konzern mit über 5 Milliarden Franken Umsatz und 20 000 Mitarbeitenden entstehen. Sulzer und Dresser-Rand stellen Kompressoren und Pumpen für das Öl- und Gasgeschäft her. Verwaltungsratspräsident des neuen Konzerns soll laut der «Handelszeitung» Peter Löscher werden. Löscher präsidiert den Sulzer-Verwaltungsrat und ist Delegierter der Beteiligungsgesellschaft Renova, die 33 Prozent an Sulzer besitzt. Renova ist die Beteiligungsfirma des russischen Milliardärs Viktor Vekselberg, der laut «Handelszeitung» an den Fusions-gesprächen teilnimmt. Delegierter des Verwaltungsrates solle Vincent Volpe werden, derzeit Konzernchef von Dresser-Rand. Noch sei offen, wo die neue Gesellschaft ihren Sitz haben werde. Derzeit laufe das Verfahren der Buchprüfung. Die Transaktion soll im 1. Quartal 2015 abgeschlossen werden.

Dresser-Rand beschäftigt 8100 Mitarbeitende. Das Unternehmen verfügt über 14 Produktionsstätten in acht Ländern. Die beiden Hauptsitze befindet sich in Houston (Texas) und in Paris. Das Unternehmen blickt auf eine jahrhundertelange Tradition im Kompressorenbau zurück. Der US-Konzern erzielte 2013 einen Umsatz von 3,03 Milliarden Dollar. Unter dem Strich resultierte ein Gewinn von 168 Millionen Dollar. Sulzer wies für 2013 einen Umsatz von 3,96 Milliarden Franken und einen Gewinn von 234,4 Millionen aus.

Tritt Löscher gegen Siemens an?

Dresser-Rand gilt in der Branche seit über einem Jahr als Übernahmekandidat. Im August berichtete die Nachrichtenagentur «Bloomberg», dass der US-Konzern die US-Investmentbank Morgan Stanley engagiert habe, um die Offerten mehrerer Kaufinteressenten zu prüfen. Als Favorit wurde damals allerdings Siemens gehandelt. Der deutsche Konzern soll demnach schon seit mindestens 2011 um Dresser-Rand buhlen. Das wäre auch deshalb interessant, weil Sulzer-Präsident Löscher zwischen 2007 und 2013 als Konzernchef von Siemens amtete – und in dieser Funktion in allfällige Gespräche zwischen Dresser-Rand und Siemens involviert gewesen wäre.

Die Sulzer-Aktien legten 1,7 Prozent zu und wurden beim Stand von 125.80 Franken kurz vor Schweizer Börsenschluss vom Handel ausgesetzt. Zeitgleich schoss die Dresser-Rand-Aktie um bis zu 10 Prozent in die Höhe. Danach bröckelten die Gewinne aber wieder ab. Zum US-Börsenschluss lagen die Aktien noch 7,26 Prozent im Plus.

SDA/aba

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