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So viele Pleiten hat die Schweiz noch nie gesehen

In der Schweiz gab es 2010 eine Rekordzahl von Firmenkonkursen. Überdurchschnittlich viele Insolvenzen wurden vor allem in einem Kantonen registriert.

Keine Seltenheit: Ein Geschäft in Zürich musste im Juni 2010 schliessen.
Keine Seltenheit: Ein Geschäft in Zürich musste im Juni 2010 schliessen.
Keystone

Ein Teil der 6255 publizierten Pleiten ist auf eine Gesetzesänderung zurückzuführen, wonach Handelsregisterämter nicht mehr aktive Gesellschaften in Konkurs schicken können. Gemäss Angaben der Gläubigervereinigung Creditreform ist aber auch die Zahl der Konkurse infolge Überschuldung markant angestiegen, und zwar um 14,5 Prozent auf 4658. Mit Ausnahmen der Jahre 2004 und 2005 hat es damit in der Schweiz nie so viele echte Insolvenzen geben wie im vergangenen Jahr.

Überdurchschnittlich viele Insolvenzen wurden im Kanton Bern registriert. Diese Tendenz ist aber in der ganzen Schweiz spürbar. Die Zahl der Firmenpleiten steige seit 2008 kontinuierlich an und an diesem Trend werde sich angesichts der vielen Firmengründungen in den letzten Jahren auch nichts ändern, schrieb Creditreform.

Tatsächlich sind auch 2010 so viele Firmen neu ins Handelsregister eingetragen wie je zuvor. Mit 37'695 Neueintragungen ist die bisherige Rekordzahl des Jahres 2008 sogar noch um 2,3 Prozent Rekordwert auch bei Neueintragungen übertroffen wurden. Den höchsten Zuwachs von neuen Firmen verzeichnet der Kanton Bern mit knapp 17 Prozent mehr Neueintragungen als 2009. Der Kanton Zürich weist lediglich ein Plus von 1,2 Prozent auf.

Über 12'000 neue Firmen in der Schweiz

Den vielen Firmengründungen stehen 25'523 Löschungen gegenüber. Das entspricht im Vergleich zum Vorjahr einer Zunahme von 8 Prozent, wie Creditreform festhält. Damit bleibt im Jahr 2010 ein Nettozuwachs - also Neueintragungen abzüglich Löschungen - von 12'172 Firmen. Dieser Wert liegt 3,6 Prozent über jenem des Vorjahres und bedeutet zugleich die höchste Zuwachsrate der letzten 10 Jahre.

Das Tessin und die Westschweiz verzeichnen mit 27 respektive 25,4 Prozent einen sehr hohen Nettozuwachs. Zürich hingegen weist einen Rückgang von 18 Prozent auf. Der Grund: In Zürich wurden im vergangenen Jahr eigentliche Karteileichen aus dem Handelsregister gelöscht, gleichzeitig blieben die Neueintragungen auf dem Niveau des Vorjahres.

Setzt man den Nettozuwachs an neuen Firmen mit dem Anfangsbestand in ein Verhältnis, schwingen die Kantone Appenzell Innerrhoden, Schwyz und Obwalden oben auf. Glarus, Neuenburg, beide Basel und Solothurn stehen am Ende der Rangliste.

(SDA)

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