So bedeutend ist Air Berlin für Zürich

Wie viele Flugbewegungen und Passagiere in Kloten von der Geschäftstätigkeit der deutschen Airline stammen.

Über 6 Prozent der Flugbewegungen in Zürich gehen auf das Konto von Air Berlin: Maschine der deutschen Airline in Kloten.

Über 6 Prozent der Flugbewegungen in Zürich gehen auf das Konto von Air Berlin: Maschine der deutschen Airline in Kloten.

(Bild: Keystone)

Die Fluggesellschaft, die heute in Deutschland Insolvenz anmelden musste, ist für den Standort Zürich ziemlich wichtig. Gemäss dem Geschäftsbericht des Flughafens Kloten kommt Air Berlin punkto Bedeutung an zweiter Stelle. «Der Passagieranteil des Hub Carrier Swiss betrug im vergangenen Jahr 53,1 Prozent, gefolgt von Air Berlin (7,1 Prozent), Edelweiss Air (5,2 Prozent), Eurowings (2,5 Prozent) und British Airways (2,1 Prozent)», so die Zahlen des Zürcher Flughafens.

Im Jahr 2016 hatte Kloten 27,7 Millionen Passagiere verzeichnet. Es waren so viele gewesen wie noch nie, rund 5 Prozent mehr als 2015. Die Anzahl Flüge stieg um 1,5 Prozent.

Von den rund 270'000 Flugbewegungen 2016 machten die Flüge von Swiss International Airlines 54,2 Prozent aus, gefolgt von Air Berlin (6,5 Prozent), Edelweiss Air (4,2 Prozent), Eurowings (3,0 Prozent) und British Airways (2,6 Prozent).

An den anderen Schweizer Flughäfen Genf und Basel ist Air Berlin weniger stark, dafür tritt dort Easy Jet als stärkerer Player auf.

Air Berlin 1978 in den USA gegründet

Gegründet wurde Air Berlin 1978 von dem ehemaligen US-Flugkapitän Kim Lundgren im US-Bundesstaat Oregon, denn während der deutschen Teilung durften nur Jets der Alliierten Berlin ansteuern. Gestartet ist das Unternehmen als Charterfluggesellschaft mit zwei Fliegern.

Nach dem Mauerfall stieg Joachim Hunold 1991 in das Unternehmen ein und rief die deutsche «Air Berlin GmbH & Co. Luftverkehrs KG» ins Leben. Mehrere Privatleute beteiligten sich. 2003 stieg Air Berlin zur zweitgrössten Fluggesellschaft in Deutschland nach der Lufthansa auf, gemessen an der Passagierzahl.

Seit Anfang 2006 ist Air Berlin eine Kapitalgesellschaft britischen Rechts. Im Mai 2006 ging das Unternehmen an die Börse. Im Streben um Wachstum übernahm Air Berlin die Airlines dba und LTU. Auch die österreichische Niki und die Schweizer Fluglinie Belair kamen dazu.

Wirtschaftlich steckte das Unternehmen aber seit dem Börsengang meist in den roten Zahlen. 2008 und 2011 führte Air Berlin Sparrunden durch und reduzierte die Flotte.

2011 kündigte die Golfairline Etihad Airways an, ihren Anteil auf 29,2 Prozent zu erhöhen und damit grösster Aktionär zu werden. Etihad hielt Air Berlin mit Milliardenspritzen in der Luft. Zuletzt flog Air Berlin 2015 einen Rekordverlust ein.

cpm/sda

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