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SMI fällt wieder unter 6000 Punkten

Trotz der neuen Zinssenkungsrunde der europäischen Notenbanken hat sich der Abwärtssog an der Schweizer Börse verstärkt.

Rezessionssorgen, schwache Konjunkturdaten und enttäuschende Quartalsberichtet sorgten für Abgaben auf breiter Front. Die unerwartete Zinssenkung der Schweizerischen Nationalbank konnte daran ebenso wenig ändern wie die EZB, deren Zinssenkung nach Ansicht von Marktteilnehmern mit 50 Basispunkten zu zögerlich ausfiel. Selbst der beherzte Schritt der Bank von England, die den Leitzins 1,5 Prozentpunkte zurücknahm, half nicht. Auch der «Footsie» der Londoner Börse sackte fast sechs Prozent ab. «Es ist keine Frage, dass wir in eine Rezession gleiten. Die Frage lautet: Wie stark und wie lange wird darin verweilen werden», sagte ein Händler.

SMI verliert mehr als vier Prozent

Der SMI beendete den Tag 4,1 Prozent tiefer mit 5925 Punkten. Kurz nach der SNB-Zinssenkung hatte sich der Bluechip-Index fast wieder auf das Vortagsniveau erholt, bevor die schwachen US-Börsen den Abwärtstrend wieder einläuteten. Der breite SPI verlor vier Prozent auf 4881 Zähler.

Mit Kurseinbussen von etwas über einem Prozent schlugen sich die defensiven Pharma-Schwergewichte Novartis und Roche vergleichsweise gut. Die Titel des Orthopädiekonzerns Synthes legten sogar leicht zu. Nahrungsmittelwert Nestlé büsste mit zwei Prozent ebenfalls deutlich weniger ein als der Markt.

Finanzwerte verlieren kräftig

Kräftige Verluste erlitten dagegen die Finanzwerte. Die Aktien der Grossbanken Credit Suisse und UBS verloren rund sieben Prozent. Julius Bär rutschte über zehn Prozent ins Minus. Eine kritische Studie der Oppenheimer-Bankanalystin Meredith Whitney sorgte für zusätzlichen Abgabedruck im Sektor. Sie rechnet mit weiteren Abschreibungen.

Bei den Versicherungen stürzten die Aktien von Swiss Life über 14 Prozent ab. Neben Gewinnmitnahmen lastete auch die Gewinnwarnung des deutschen Finanzdienstleister MLP, an dem der Lebensversicherer massgeblich beteiligt Die Zurich verlor gut sieben Prozent und Swiss Re sackte knapp 13 Prozent ab. Die am Vortag noch stark gestiegen Aktien des Zahnimplantat- Herstellers Nobel Biocare wurden fast neun Prozent tiefer gehandelt. «Die ganzen Spekulationen um eine Übernahme oder einen Wechsel im Management sind verfolgen», sagte ein Händler.

Schwache Industrie-Aktien

Schwache Wirtschaftsdaten, vor allem der starke Rückgang beim Auftragseingang der deutschen Industrie, lasteten auf den Industriewerten, die sich jüngst deutlich erholt hatten. Die Aktien des Elektrotechnikkonzerns ABB fielen knapp 13 Prozent und die Titel des Pumpenherstellers Sulzer rutschten fast zehn Prozent ab. Die Aktien des Raffineriebetreibers Petroplus sackten 16 Prozent ab. Petroplus musste im Gefolge des sinkenden Ölpreises seine Lager neu bewerten und fuhr deswegen im dritten Quartal einen unerwartet hohen Verlust ein.

Zu den raren Gewinnern gehörte Barry Callebaut mit einem Kursplus von fast sieben Prozent, obwohl der Schokoladehersteller mit 205 Millionen Franken Gewinn im Geschäftsjahr 2007/08 die Erwartungen verfehlte.

DAX stürzte um fast sieben Prrozent ab

Im internationalen Vergleich schnitt die Schweizer Börse noch gut ab. In Frankfurt verlor der Deutsche Aktienindex (DAX) 6,8 Prozent auf 4813,57 Punkte. Der CAC 40 in Paris büsste 6,4 Prozent ein, der FTSE 100 in London 5,7 Prozent und der Mibtel in Mailand 4,7 Prozent. In New York stand der Dow-Jones-Index ausgewählter Industriewerte am frühen europäischen Abend mit 8839 Zählern um 3,3 Prozent im Minus.

Zuvor waren schon die Börsen in Asien abgestürzt. Der japanische Nikkei-Index verlor 6,5 Prozent auf 8.899 Zähler, der Hang-Seng-Index in Hongkong 7,1 Prozent.

Zentralbanken senkten erneut Zinsen

Die Notenbankaktionen, an denen die Schweizerische Nationalbank mit einer Zinssatzreduktion um einen halben Prozentpunkt beteiligt war, verpufften wegen verbreiteter Konjunktursorgen wirkungslos. Hinzu kamen schwächere US-Konjunkturdaten und ein schwächerer Start der New Yorker Börse. Börsenhändler erklärten überdies, die Märkte hätten eine kräftigere Zinssenkung der EZB erwartet. Die Europäische Zentralbank (EZB) und die Schweizerische Nationalbank hatten die Leitzinsen um je einen halben Prozentpunkt gesenkt, die Bank of England sogar um 1,5 Prozentpunkte. Die dänische und die tschechische Nationalbank lockerten die geldpolitischen Zügel ebenfalls.

AP/vin

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