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SEC zieht Hedgefonds-Manager aus dem Verkehr

Fünf Jahre Berufsverbot und 18 Millionen Dollar Strafe: Die US-Börsenaufsicht bestraft den umstrittenen Hedgefonds-Manager Philip Falcone für krumme Geschäfte während der Finanzkrise.

Soll sich illegal an einem Hedgefonds bedient haben: Philip Falcone – im Bild während einer Anhörung in Washington. (13. November 2008)
Soll sich illegal an einem Hedgefonds bedient haben: Philip Falcone – im Bild während einer Anhörung in Washington. (13. November 2008)
Keystone

Fünf Jahre nach dem Höhepunkt der Finanzkrise greift die US-Börsenaufsicht SEC durch und stellt den umstrittenen Hedgefonds-Manager Philip Falcone kalt. Der Milliardär werde mit einem fünfjährigen Berufsverbot in der Finanzbranche belegt, teilte die SEC am späten Montagabend mit.

Zudem muss er 18 Millionen Dollar Strafe bezahlen. Die Behörde legt dem 51-Jährigen zur Last, in der Krise einige Anleger bevorzugt behandelt zu haben.

Kredit, um private Steuern zu bezahlen

Falcone soll sich illegal an dem Hedgefonds bedient und sich selbst einen 113 Millionen Dollar schweren Kredit bewilligt haben, um private Steuern zu zahlen. Das Darlehen zahlte er später zurück. Allerdings kamen einige Investoren des Fonds in dieser Zeit nicht an ihr Kapital.

Der Gründer des Hedgefonds Harbinger Capital muss persönlich eine Strafe in Höhe von 11,5 Millionen Dollar zahlen. Sein Fonds muss noch einmal 6,5 Millionen Dollar drauflegen. Zudem gibt Falcone ein umfangreiches Schuldeingeständnis ab.

Die Einigung der SEC mit Falcone muss noch von einem Bundesrichter abgesegnet werden. Falcone liess mitteilen, er sei mit dem Kompromiss zufrieden. «Diese Sache abzuhaken, ist der beste Weg für mich und unsere Investoren.»

Gefallener Stern

Falcone zählte noch vor einigen Jahren zu den Stars der Investmentbranche. Er hatte rechtzeitig erkannt, dass der US-Hypothekenmarkt kippt, und massiv gegen sogenannte Subprime-Papiere gewettet – und damit zunächst enorm viel Geld verdient.

Mit dem Platzen der Immobilienblase in den USA wurde 2007 die weltweite Finanzkrise ausgelöst: Hausbesitzer konnten ihre Hypotheken nicht mehr bedienen, die Banken sassen auf einem Berg fauler Kredite und hypothekenbesicherter Wertpapiere.

Als die Investmentbank Lehman Brothers im Herbst 2008 kollabierte, eskalierte die Lage, die Finanzmärkte gingen weltweit in die Knie. Das bekam auch Falcones Fonds zu spüren. Dem Schuldeingeständnis zufolge liess er einige Investoren in dieser Zeit ihr Geld aus dem Fonds abziehen, anderen verweigerte er dies.

Ausserdem verlor Falcone später viel Geld mit Start-up-Unternehmen. Sein Fonds hatte einst 26 Milliarden Dollar an Anlegergeldern verwaltet. Anfang des Jahres waren es nur noch rund 3 Milliarden Dollar. Während er 2007 für seine Investoren Wachstumsraten von 116 Prozent erwirtschaftete, verlor er 2008 mehr als 20 Prozent.

Brüskes Karriereende

Falcones Karriere ist mit dem Schuldeingeständnis und Berufsverbot zumindest vorübergehend zu Ende. Ihm ist es in den kommenden fünf Jahren lediglich gestattet, bei der Abwicklung seines Fonds zu helfen – unter Aufsicht eines unabhängigen Beobachters. Er darf allerdings als Manager bei Firmen ausserhalb der Finanzbranche tätig werden.

Die SEC sprach von einem ernsten Fehlverhalten, das Investoren geschadet habe. Ohne Zweifel sei gegen Wertpapiergesetze verstossen worden, sagte SEC-Abteilungsleiter Andrew Ceresney. «Falcone muss nun einen hohen Preis für sein Fehlverhalten zahlen.»

Der Hedgefonds-Manager Falcone, der aus ärmlichen Verhältnissen stammt, wird es vermutlich auch nach fünf Jahren schwer haben, wieder einen Fuss in die Finanzbranche zu kriegen. Für ein Comeback müsste er sich bei der mächtigen SEC um eine Erlaubnis bemühen.

SDA/fko

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