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Schweizer Firma bringt Flughäfen in Bedrängnis

Den Flughäfen in Europa drohen Engpässe bei Enteisungsmitteln. Der Grund: Der Schweizer Chemiekonzern Clariant muss Anfang Januar für vier Tage die Produktion unterbrechen.

Clariant beliefert rund 100 hundert Flughäfen in Europa: Ein Flugzeug auf dem Flughafen in Dresden wird enteist.
Clariant beliefert rund 100 hundert Flughäfen in Europa: Ein Flugzeug auf dem Flughafen in Dresden wird enteist.
Keystone

Ursache für den Produktionsstopp seien Lieferschwierigkeiten der Hersteller von Glykol, einem Grundstoff der Enteisungsmittel, wie Clariant-Sprecher Ulrich Nies auf Anfrage eine Meldung der Nachrichtenagentur dapd bestätigte. In der Schweiz sind die Lager der Flughäfen aber gut gefüllt.

«Unsere Lager sind voll», sagte Sonja Zöchling, Mediensprecherin des Flughafens Zürich der Nachrichtenagentur SDA. «Wir haben die Lager schon Anfang Winter aufgefüllt.» Der Flughafen beziehe das Enteisungsmittel ausserdem nicht von Clariant, sondern von der britischen Firma Kilfrost.

Auch in Genf keine Probleme

Auch der Flughafen Basel setzt nicht auf den Schweizer Anbieter – und verfügt über volle Lager. «Wir sind sehr gut versorgt», sagt Mediensprecherin Vivienne Gaskell. Es werde zu keinen Engpässen kommen. Beim Flughafen Genf hiess es auf Anfrage ebenfalls, es gebe keine Probleme mit der Versorgung.

Anders sieht es für die europäischen Flughäfen aus. Der Produktionsstopp könne je nach Wetterlage und Vorratsmengen der Flughäfen zu Beeinträchtigungen führen, sagt Ulrich Nies von Clariant. Der Konzern sei aber mit den Flughäfen in Kontakt, um die vorhandenen Mengen bestmöglich zu nutzen, fügte Nies an.

Kilfrost hilft aus

Grund für den vorübergehenden Produktionsstopp seien Lieferschwierigkeiten der Hersteller von Glykol, sagte Nies. Dies sei der Rohstoff für die Produktion von Enteisungsmittel.

Anders als Clariant wird der britische Konkurrent Kilfrost die Produktion auf Hochtouren weiter laufen lassen. Das Unternehmen will nach eigenen Angaben seine angestammten Kunden bevorzugt beliefern. Wenn möglich werde Kilfrost für Clariant aber in die Bresche springen.

Es sei jedoch nicht so, dass das Unternehmen zu viel Enteisungsmittel zur Verfügung habe, sagte ein Sprecher der Nachrichtenagentur DAPD. Die Fabriken stehen in Newcastle, Antwerpen, Nordamerika und Japan.

Von Nachfrage überschwemmt

Der frühe und kalte Wintereinbruch hatte die Nachfrage nach Enteisungsmittel in die Höhe schnellen lassen. Clariant produziert seit Oktober 2010 in ihrem einzigen Werk rund um die Uhr. «Allein im Dezember stellte Clariant die Hälfte mehr als im Vorjahresmonat her», sagte Nies.

Trotzdem kam es zu akuten Engpässen. In Deutschland und Frankreich herrschte an den Flughäfen über die Feiertage Chaos, weil es an Enteisungsmittel fehlte. Tausende mussten an Heiligabend in den Terminals übernachten.

Bevor die Maschinen abheben, müssen sie von Schnee und Eis befreit werden. Das Enteisen dauert je nach Flugzeuggrösse rund 15 Minuten. Clariant gehört nach eigenen Angaben zu den grössten Anbietern und beliefert europaweit rund 100 Flughäfen.

sda/dapd/bru/mrs

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