Schweiz dominiert den Uhrenmarkt

55 Prozent des weltweiten Umsatzes werden von Schweizer Firmen gemacht.

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Adrian Sulc@adriansulc

Smartwatches hin oder her – das grosse Geld wird die Branche auch weiterhin mit mechanischen Uhren verdienen. Während die teuerste Apple Watch rund 17 000 Franken kosten soll, beginnen bei vielen Schweizer Luxusuhrenmarken die Preise erst im fünfstelligen Bereich.

Nicolas Hayek hat mit der Swatch zwar bewiesen, dass auch günstige Batterieuhren in der Schweiz rentabel hergestellt werden können. Doch das grosse Geld macht die Schweizer Uhrenindustrie im gehobenen und im Luxussegment. Das zeigt der Blick auf die weltweiten Verkaufszahlen: Nur 2 Prozent der Uhren wurden in der Schweiz hergestellt – aber diese entsprechen rund 55 Prozent des globalen Uhrenumsatzes. Sprich: Der Durchschnittspreis der Schweizer Uhren ist deutlich höher als jener anderer Produktionsländer.

Unbestrittener Branchenprimus ist die Swatch-Gruppe mit Sitz in Biel. Das von der Familie Hayek kontrollierte Unternehmen deckt mit 18 Marken von Swatch und Flik-Flak bis Omega und Breguet alle Segmente ab und kann glänzende Margen vorweisen. Zudem dominiert die Swatch-Gruppe in ihrer Rolle als wichtigster Zulieferer die gesamte Schweizer Uhrenbranche. Seien es Uhrwerke, Einzelteile oder Batterien: Viele kleinere Marken sind auf den Konzern angewiesen. CEO Nick Hayek sagte vergangene Woche vor den Medien, die Swatch-Gruppe performe auch dieses Jahr «sehr gut», die Verkäufe in Lokalwährungen seien «exzellent». Und: Die Wechselkursschwankungen seien für das Unternehmen verkraftbar. Mit Richemont und Rolex komplettieren zwei Schweizer Hersteller das Podest. Und auch die weltweite Nummer 5 in Sachen Uhren, der französische Luxuskonzern Moët Hennessy Louis Vuitton, lässt seine Uhren in der Schweiz fertigen, um das begehrte Label Swiss made zu erhalten.

Japaner sind keine Gefahr mehr

Mit Citizen, Seiko und Casio befinden sich gleich drei japanische Uhrenhersteller unter den Top 10. Während die Japaner in den 70er- und 80er-Jahren wegen ihres Vorpreschens in Sachen Batterie- und Digitaluhren eine ernsthafte Bedrohung für die Schweizer Uhrenindustrie darstellten, fürchtet man sich in der Schweiz heute nicht mehr vor ihnen.

Auch die drei japanischen Hersteller sind an der Uhren- und Schmuckmesse Baselworld vertreten. Über 1500 Aussteller pilgern jeweils nach Basel, um Lieferverträge fürs ganze Jahr zu vereinbaren. Verglichen mit anderen Exportbranchen ist die Schweizer Uhrenindustrie in einer komfortablen Position: Trotz des aufgewerteten Frankens geht sie davon aus, ihren rekordhohen Exportumsatz von 22,2 Milliarden Franken halten zu können.

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