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Roche steigert Gewinn – CEO bekommt eine Million mehr

Der Schweizer Pharmariese generierte im letzten Jahr einen Gewinn von fast zehn Milliarden Franken, das ist ein Plus von zwei Prozent. Konzernchef Severin Schwan wird dafür mit 12,5 Millionen entschädigt.

Die Verschuldung deutlich gesenkt: Roche-Logo vor dem Firmensitz in Rotkreuz (Zug). (Archivbild)
Die Verschuldung deutlich gesenkt: Roche-Logo vor dem Firmensitz in Rotkreuz (Zug). (Archivbild)
Reuters

Roche geht es gut: Der Basler Pharmakonzern konnte 2012 sowohl den Umsatz wie auch den Reingewinn steigern. Im laufenden Jahr soll es im gleichen Stil weiter gehen. Krebsmedikamente und Schwellenländer dürften auch 2013 die Wachstumsmotoren des Konzerns mit weltweit über 82'000 Beschäftigten bilden.

Unter dem Strich blieben Roche letztes Jahr 9,77 Milliarden Franken, 2 Prozent mehr als im Vorjahr. Konzernchef Severin Schwan sprach am Mittwoch vor den Medien denn auch von einem «sehr guten Jahr»: Roche habe 2012 sämtliche finanziellen Ziele erreicht. Die beiden Divisionen Pharma und Diagnostika hätten zudem das Wachstum des Weltmarkts übertroffen.

Höhere Marge

Mit 45,5 Milliarden Franken liegt der Umsatz um 7 Prozent über jenem von 2011. In Lokalwährungen betrug das Plus 4 Prozent.

Der Kernbetriegsgewinn, der diverse Sonderfaktoren ausklammert, stieg überproportional um 13 respektive 11 Prozent auf 17,16 Milliarden Franken, was zu einer Margenverbesserung von 35,6 auf 37,7 Prozent führte.

Haupttreiber für den höheren Betriebsgewinn war 2012 das Verkaufswachstum. Mit 1,7 Milliarden Franken konnte es Ausfälle von 763 Millionen Franken aus dem Preisdruck sowie Sparmassnahmen in der EU mehr als kompensieren, wie Finanzchef Alan Hippe konstatierte. 2011 liessen einzig Programme zur Produktivitätssteigerung den Betriebsgewinn ansteigen.

Krebsmedikamente sorgen weiter für Schub

In der Pharmadivision, die ihren Umsatz zu konstanten Wechselkursen um 5 Prozent auf 35,23 Milliarden Franken steigern konnte, sorgten erneut die Krebsmedikamente für Schub: Mit ihren fünf Blockbustern mit einem Umsatz von über einer Milliarde legten sie um 9 Prozent auf 21,34 Milliarden Franken zu. Auf die Onkologie entfallen inzwischen 61 Prozent des Pharmaumsatzes.

Laut Konzernchef Schwan bleiben Krebsmedikamente vorerst die wichtigsten Wachstumstreiber, zumal der Konzern für die Behandlung der aggressivsten Form von Brustkrebs neue Produkte hat, die mit weniger Nebenwirkungen die Überlebenszeit markant erhöhen sollen. Das eine dieser Medikamente, Perjeta, wurde 2012 in den USA und in der Schweiz zugelassen. Für das andere, T-DM1, wurde die Zulassung beantragt.

Grosse Zukunftschancen sieht Schwan neben der Onkologie etwa bei Krankheiten des zentralen Nervensystems wie Alzheimer, Autismus oder Schizophrenie. In deren Bekämpfung investiert der Konzern einen wachsenden Anteil seiner Forschungsmittel von insgesamt 8,5 Milliarden Franken.

In diesem Bereich sieht Schwan einen Aufbruchstimmung wie vor 20 Jahren bei bei Krebs: Da man nun erstmals die molekularbiologischen Prozesse kenne, die zu Alzheimer führen, gebe es Angriffspunkte für solche Hirnkrankheiten.

Die Pharma-Pipeline von Roche umfasst derzeit 72 neuartige Wirkstoffe. 11 von 14 Studien in der Spätentwicklung fielen letztes Jahr positiv aus. Der Konzernchef gab jedoch zu bedenken, dass es in der Pharmaindustrie 90 Prozent der Projekte nicht bis zum Markt schaffen.

Boom in den Schwellenländern

Unter den Märkten sieht Schwan grosses Wachstumspotenzial in Schwellenländern wie China, Brasilien oder Russland, die 2012 zweistellige Zuwachsraten erzielten. Allein in China konnte Roche den Pharmaumsatz um 27 Prozent auf über 1,2 Milliarden Franken steigern.

In den USA als wichtigstem Markt von Roche nahm der Umsatz mit Medikamenten um 7 Prozent auf 13,86 Milliarden Franken zu. In Westeuropa musste dagegen mit 7,9 Milliarden Franken ein Minus von 2 Prozent verbucht werden.

Schwan führte diesen Rückgang auf Preissenkungen von Regierungen zurück, die sich auf insgesamt 6 Prozent beliefen. Roche sei davon wegen seiner innovativen Medikamente mit hohem Patientennutzen weniger stark betroffen gewesen als andere Unternehmen.

Die Division Diagnostics verbuchte als Weltmarktführer mit 10,26 Milliarden Dollar ein Umsatzplus von 4 Prozent. Diese Sparte ist indes deutlich weniger rentabel: Ihre Kernbetriebsgewinnmarge sank 2012 um 1,1 Prozentpunkte auf 21,3 Prozent, während jene von Pharma um 3,1 Punkte auf 44 Prozent kletterte.

Die Zahl der Beschäftigten nahm weltweit um 2,4 Prozent auf 82'089 zu. In der Schweiz erhöhte sich der Personalbestand auf über 11'000 Beschäftigte.

Aktionäre und Konzernchef erhalten mehr

Vom guten Ergebnis können sowohl die Aktionäre wie auch der Konzernchef profitieren: Die Dividenden soll zum 26. Mal erhöht werden, diesmal um 8 Prozent auf 7.35 Franken.

Auch für den Roche-Chef gibt es mehr Geld: Seine gesamte Entlöhnung steigt um 1,2 Millionen Franken auf 12,5 Millionen Franken. Dass er damit 0,7 Millionen Franken weniger verdient als Novartis-CEO Joe Jimenez, scheint Severin Schwan kein Kopfweh zu bereiten. «Ich bin mit meinem Gehalt sehr zufrieden», sagte er auf Nachfrage eines Journalisten.

SDA/fko

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