Roaming-Trick kostet Schweizer 120 Millionen Franken

Schweizer Telecomanbieter verdienen immer noch gut am Roaming. Die hohen Einnahmen sind auch einem einfachen Trick zu verdanken.

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Wer in seinen Ferien im Ausland telefoniert oder surft, hat dies entweder in seinem Handyabo inbegriffen – oder er bezahlt schnell hohe Roaming-Gebühren. Letzteres ist Konsumenten und Politikern seit Jahren ein Dorn im Auge. Die EU hat im Juni 2017 die Gebühren abgeschafft. Die Schweizer zahlen aber weiterhin.

Laut einer Grafik des Bundesamtes für Kommunikation verdienen die Telecomanbieter zwar immer weniger durch Roaming. Aber im Jahr 2016 waren es noch immer eine halbe Milliarde Franken durch Telefone, SMS und Daten-Nutzung im Ausland. «Nachdem die EU konsequent war und die Roaming-Gebühren abgeschafft hat, sollten wir versuchen, das gleiche Level zu erreichen», sagt die CVP-Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter in einem Bericht der «Aargauer Zeitung».

Aufrunden auf volle Minuten

Die Baselbieterin hat darum eine parlamentarische Initiative eingereicht, die beinhaltet, dass der Bundesrat die maximale Marge für die Netznutzung im Ausland beschränken kann. Ausserdem sollen nur noch die tatsächlich beanspruchten Leistungen verrechnet werden.

Momentan runden Anbieter jeweils auf die volle Gesprächsminuten auf, selbst wann man nur wenige Sekunden telefonierte. Beim Datenvolumen rechnen sie ähnlich ab. Dieser Verrechnungs-Trick brachte den Anbietern im Jahr 2015 zusätzlich 120 Millionen ein, rechnet die «Aargauer Zeitung» vor.

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