Raiffeisen-Chef sammelt Flugstunden – auf Geschäftskosten

Patrik Gisel pilotiert auch mal den eigenen Flieger fürs Geschäft. Dafür gibts Spesen. Ein Problem sieht er darin nicht.

«Back in the air»: Patrik Gisel und sein Jet. Quelle: Facebook

«Back in the air»: Patrik Gisel und sein Jet. Quelle: Facebook

Arthur Rutishauser@rutishau

Patrik Gisel ist stolzer Besitzer eines Flugzeugs und einer Pilotenlizenz. Allerdings kommt er nicht so oft zum Fliegen, darum fehlt die Übung, und so landet die Maschine manchmal in der Reparatur.

Nun ist wieder alles gut, denn die Maschine ist geflickt, wie Gisel stolz auf Facebook vermerkt. Was da allerdings nicht steht, ist, dass er den Vogel auch für Geschäftsreisen braucht, auch um auf die nötigen Flugstunden zu kommen. Das macht er allerdings nicht gratis, sondern lässt sich jeweils einen Teil der Kosten als Spesen vergüten.

«Verrechnet wird jeweils der reguläre Flug-Tarif. Ich tue das seit Jahren. Das ist überhaupt kein Problem», sagt Gisel. Je nach dem, um welchen Flug es sich handelt, wird der Business-Tarif verrechnet.

Spesen von Vincenz

Gisel wehrt sich gegen Vergleiche mit Pierin Vincenz. Dieser liess sich jeweils mit dem Helikopter herumfliegen. Selbstverständlich auch auf Spesen. Die überhöhten Spesen von Vincenz waren auch Gegenstand einer internen Untersuchung, der Untersuchung der Finanzmarktaufsicht (Finma) sowie der Strafuntersuchung der Staatsanwaltschaft. Offenbar liegen hier Anzeigen vor.

Problematisch ist, dass teilweise sehr hohe Beträge abgerechnet wurden und oft kein Bezug zur Geschäftstätigkeit ersichtlich ist. Auch kam es zu hohen Bargeldbezügen über die Firmenkreditkarte. Gisels Spesen sind bisher nicht Gegenstand einer Untersuchung.

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