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ProSiebenSat.1 rutscht in die roten Zahlen

Der Fernsehkonzern ProSiebenSat.1 hat seine Probleme beim Verkauf von Werbezeiten nicht in den Griff bekommen und im dritten Quartal Verluste gemacht.

Unterm Strich verbuchte die Sendergruppe von Juli bis Ende September ein Minus von 10,7 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag in München mitteilte. Eine Prognose für das Gesamtjahr wollte der scheidende Konzernchef Guillaume de Posch angesichts der drohenden Konjunkturflaute nicht mehr geben. Er kündigte neue Einsparungen an: «Wie viele andere Marktteilnehmer müssen auch wir unser Haus winterfest machen.»

Der Umsatz sank im Vergleich zum Vorjahresquartal um 3,3 Prozent auf 646,5 Millionen Euro. Allein im deutschen Free-TV-Geschäft ging der Umsatz wegen geringerer Werbeerlöse um rund 34 Millionen Euro zurück. Das um Einmaleffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sank um 17,4 Prozent auf 103,1 Millionen Euro. Die Aktie sackte um über 6 Prozent ab.

Aussichten für Werbemarkt deutlich schlechter

«Die Schwierigkeiten bei der Einführung des Werbezeiten-Verkaufsmodells in Deutschland werden sich auch auf das vierte Quartal auswirken, zumal die Aussichten für den deutschen Werbemarkt deutlich schlechter geworden sind», hiess es.

Der Konzern musste nach einem Kartellamtsverfahren ein neues Werbezeiten-Verkaufsmodell einführen, das bisher nicht gut angenommen wurde. Im kommenden Jahr wolle man aber Marktanteile zurückgewinnen, kündigte de Posch an. Er wird das Unternehmen zum Jahresende auf eigenen Wunsch verlassen. Ein Nachfolger wurde bisher noch nicht benannt. Auch zu seiner eigenen Zukunft schwieg de Posch.

Prognose nicht möglich

Sein geschäftlicher Ausblick fiel düster aus. Die Auswirkungen der Finanzkrise seien noch nicht absehbar. «Eine präzise und zuverlässige Prognose zu den wesentlichen Kennzahlen für 2008 und 2009 ist vor diesem Hintergrund zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich», hiess es. Für das vierte Quartal erwarte der Konzern aufgrund aktueller Marktdaten insgesamt eine Abschwächung, sagte de Posch. Man werde die geänderten Rahmenbedingungen im Budgetplan für 2009 berücksichtigen.

Der Konzern werde sich «auf die Must-Haves konzentrieren», erklärte er. «Das bedeutet auf die für unser Unternehmen in diesem ungünstigen Marktumfeld wirklich wesentlichen Aktivitäten.» Einzelheiten zu Einsparungen nannte er nicht. Auch Spekulationen über einen Umzug des Fernsehsenders Sat.1 von Berlin in die Konzernzentrale in den Münchner Vorort Unterföhring, wollte de Posch nicht kommentieren. Eine Entscheidung werde in den kommenden Wochen fallen, sagte er.

Schuldenberg angehäuft

Schuldenabbau habe oberste Priorität. ProSiebenSat.1 hat inzwischen einen Schuldenberg von 3,8 Milliarden Euro angehäuft. Im deutschen Free-TV-Geschäft konnte die Sendergruppe zwar ihren Marktanteil im dritten Quartal steigern, der Umsatz ging jedoch zurück. Auch der Anrufsender 9Live brachte weniger Erlöse. Dagegen verzeichnete der Konzern beim internationalen Free-TV-Geschäft einen Umsatz- und Ergebnisanstieg.

AP/sam

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